Aus dem im Oktober 1982 gegründeten Kulturverein hat sich innerhalb der letzten 30 Jahre ein weit über das Dorf hinaus geschätzter Kulturanbieter entwickelt. Das Vereinsziel lautet «Kultur schafft Begegnung».

«Durch Persönlichkeiten wie Birgit und Thomas Bürki und viele weitere, die mit ihrer Arbeit 25 Jahre lang unseren Kulturverein leidenschaftlich prägten, verfügen wir über eine tragfähige Basis», erläutert der 2012 gewählte Präsident Markus Flury dieses «wir leben vom guten Ruf».

Nach dem «Spitzenteam» Bürki übernahm Kulturfreund Ignaz Moser für vier Jahre das Präsidium und erarbeitete neue Vereinsstrukturen. «Unverändert besteht unser Ziel
darin, ein vielfältiges Programm für jedes Jahr zusammenzustellen, das von Klassik bis Komik reicht und familienfreundlich auch Kinder einbezieht», erklären Markus Flury und Caroline Beiner, die im Vorstand für die Koordination zuständig sind.

Keine böse Satire

Man sei sich stets auch der Verantwortung bewusst, lokales und regionales Kulturschaffen zu fördern. Grundsätzlich gebe es im Kulturprogramm aber keine böse Satire. Man habe sich eher auf Darbietungen mit liebevoller, genussvoller Lebensbetrachtung verständigt, die dem Publikum, wie viele Rückmeldungen zeigen, «wohl» täten.

«Das bedeutet keinesfalls, dass bei uns nur heitere Themen Platz finden», stellen Beiner und Flury richtig. «In unserer Auswahl geht es immer um eine ansprechende Mischung im Sinne der Publikumsvorlieben und um Veranstaltungen mit Tiefgang, die zu Diskussion und Nachdenken anregen.»

Spontan nennen beide als Beispiel das «Stockdunkel-Theater», das für grosses Echo sorgte. Anregungen erhält der Programm-Ausschuss von der Thuner Kleinkunst-Börse und aus den zahlreichen direkten Bewerbungen, die den Verein über Internet und Post erreichen. Die Entscheidung, was schliesslich ins Jahresprogramm aufgenommen wird, fällt im Vorstand.

Grosse Treue

Seit Beginn verfügt der Kulturverein Deitingen, dessen neues Logo von Stephan von Arx stammt, über einen treuen Mitgliederstamm. Gegenwärtig unterstützen den Verein 200 Mitglieder, davon sind mehr als 50 Auswärtige. Die Veranstaltungen, in der Planung 2013/14 sind es acht, seien in der Regel gut – wenn auch zahlenmässig unterschiedlich besucht.

Interessante Gespräche ergeben sich bei den regelmässig in der Pause oder anschliessend vom Kulturverein offerierten Apéros. «Da entsteht dann tatsächlich die Begegnung, die dörfliches Zusammenleben so lebendig macht», unterstreicht Präsident Flury als nicht «waschechter Deitinger» mit dem eigenen Beispiel. Weil er selbst als Architekt ausserhalb arbeite, sei es ihm erst mit dem Beitritt zum Vereinsvorstand 2008 gelungen, am neuen Wohnort richtig Fuss zu fassen und dauerhafte Bekanntschaften zu knüpfen.

Unterstützt wird der Kulturverein, dessen Mitgliedschaft sowie der Eintritt zu Veranstaltungen sehr günstig sind, von namhaften Sponsoren, denen laut Beiner die «ausgewogene und über Jahre eben auch abgerundete» Kultur im Wasseramt am Herzen liegt. Da alle Vorstandsaufgaben bis hin zur fertigen Druckvorlage fürs Programmheft ehrenamtlich erledigt werden, stehen sämtliche Einnahmen dem Kulturprogramm zur Verfügung.

«Man verdient sich dabei aber keine goldene Nase», wissen die Vorstandsmitglieder. Dem Team ist es ein Anliegen, die auftretenden Künstlerinnen und Künstler persönlich zu begleiten. Das schafft bei der Mehrzahl von ihnen so gute Erinnerungen an Deitingen, dass mancher Kunstschaffende Jahre später gern nochmals hier auftritt.