Küttigkofen

Küttigkofen nimmt Abschied von einer selbstständigen Gemeinde

Das alte Schulhaus rentiert für die Gemeinde Küttigkofen. uby

Das alte Schulhaus rentiert für die Gemeinde Küttigkofen. uby

Rechnungsgemeindeversammlung in Küttigkofen beeinflusst mit ihren Entscheiden auch die künftige Fusionsgemeinde. Ein letztes Mal entschieden die die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde über die Dorfgeschäfte.

Wehmut zum Abschied von der selbstständigen Gemeinde war an der Rechnungsgemeindeversammlung spürbar. Letztmals setzte sich die oberste Behörde der Gemeinde mit den Einwohnerinnen und Einwohnern zusammen, um die Dorfgeschäfte zu entscheiden. Am Ende folgten emotionale Reden des Dankes an die Behörde und umgekehrt an die 24 stimmberechtigten Anwesenden für die Zusammenarbeit.

Die Emotionen dürften am 14. August noch etwas stärker sein, wenn alle, die sich je für die Gemeinde einsetzten – und «nicht von oben zuschauen», so Gemeindepräsident Jürg Staub – zu einem kleinen Ausflug nach Altreu eingeladen sind.

Die letzte Rechnung der 261 Einwohner zählenden Gemeinde schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 67 000 Franken, der dem Eigenkapital belastet wird. Das sind 50 000 Franken besser als budgetiert. Der gesamte Aufwand lag bei 1,153 Mio. Franken. Ende 2012 betrug das Eigenkapital 0,332 Mio. Franken.

Kredite eingehalten

Bei den Investitionen vermerkte Gemeindeverwalterin Marianne Meister, dass der Kredit von 30 000 Franken für den Umbau des alten Schulhauses nicht vollständig gebraucht wurde. Der Mietertrag des Hauses, das zur Hälfte Kyburg-Buchegg gehört, entwickle sich erfreulich.

Der Kredit von 90 000 Franken für die Ortsplanung ist beinahe ausgeschöpft. Hier berichtete Staub, dass diese auf gutem Weg sei. Der Gemeinderat habe die Einsprachen behandelt. Nun liege der Ball beim Kanton, der allfällige Beschwerden behandeln und letzten Endes das Ortsplanungswerk genehmigen muss.

Antrag zum Baureglement

Das Baureglement, über welches die Anwesenden ebenfalls befinden mussten, gilt so lange, bis die neue Gemeinde Buchegg selber eine Revision durchführe. «Das kann Jahre dauern», sagte Jürg Staub. Im neuen Baureglement wurden im Vergleich zum bisherigen vor allem bei den Gebühren Anpassungen vorgenommen, wie Thomas Furrer erläuterte. Ein Antrag aus der Mitte der Versammlung fand Gefallen. Angeregt wurde, bei Strassen mit einer Breite von weniger als 4,5 Meter Stützmauern oder Zäune so anzulegen, dass trotzdem eine lichte Breite von 4,5 Meter bleibt. Damit soll die Sicherheit auch bei breiteren landwirtschaftlichen Fahrzeugen gewährleistet sein. Das Baureglement wurde einstimmig gutgeheissen.

Wasserversorgung neu geregelt

Ebenso entschied sich die Versammlung in der Wasserversorgung für die Auflösung der Vereinbarung mit den Städtischen Werken Grenchen aus dem Jahr 1976 und für ein neues Vertragswerk mit der Gruppenwasserversorgung Grenchen (GWG). Die alte Vereinbarung ging von einer viel zu hohen Bezugsmenge von 720 Kubikmetern Wasser täglich aus. Der Zweckverband Küttigkofen/Brügglen/Kyburg-Buchegg braucht durchschnittlich 180 Kubikmeter und in Ausnahmefällen bis zu 300 Kubikmeter. Diese Wassermenge wird neu zugesichert. «Hätten alle angeschlossenen Gemeinden die 1976 prognostizierte Wassermenge bezogen, wäre heute der Grundwassersee ausgetrocknet, weil zu wenig Wasser nachfliesst», so Staub.

Mit dem neuen Vertrag wird der Zweckverband zum Vollmitglied, ohne direkt Zahlungen leisten zu müssen. Dafür übernimmt die GWG das Pumpwerk Kyburg Matte. Dieses muss sowieso erneuert werden. Die überdimensionierte Pumpe läuft nur noch (einmal wöchentlich), damit sie nicht einrostet. Die Kosten betragen eine halbe Million Franken. Mit dem alten Vertrag hätte der Zweckverband gut 8 Prozent der Kosten übernehmen müssen. Jetzt sind es 3,26 Prozent. Dennoch steigen die Betriebskosten für den Zweckverband jährlich um 12 000 Franken, darin enthalten sind aber auch die Investitionen. «Es kostet etwas mehr, aber wir erhalten Sicherheit und Berechenbarkeit», so Staub.

Sich politisch einsetzen

Zustimmung fand der Baukreditantrag für den Um- und Neubau Alterssitz Buechibärg in Lüterswil. Die Kosten belaufen sich auf rund sechs Millionen Franken, die aus eigenen Mitteln des Zweckverbandes sowie mit Darlehen und Erbschaften finanziert werden. Die Gemeinden haben keine Kosten zu erwarten, müssen aber im Zweckverband das Projekt genehmigen.

Jürg Staub rief dazu auf, sich künftig für Buchegg einzusetzen. «Mit dem Ende von Küttigkofen ist die politische Tätigkeit der Küttigkofer nicht beendet.» Als Beispiel nannte er den Umbau des alten Schulhauses in Mühledorf zum Verwaltungszentrum von Buchegg, was geschätzt 600 000 Franken koste. Die ursprüngliche Schätzung lag bei 160 000 Franken. «Ich frage mich, ob es wirklich einen Luxusausbau braucht», so Staub.

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