Recherswil

Kündigung gemeinsame Schule: Das wäre dann der Alleingang

Alte Liebe rostet, mindestens dann, wenn Recherswiler Erstklässler nach Obergerlafingen in die Schule müssen.

Alte Liebe rostet, mindestens dann, wenn Recherswiler Erstklässler nach Obergerlafingen in die Schule müssen.

Eine Motion will, dass die Recherswiler Schulkinder im eigenen Dorf in die Schule gehen.

«Der Gemeinderat wird beauftragt, auf Beginn des nächsten Schuljahres hin die notwendigen Massnahmen zu treffen, damit die Kinder von Recherswil den Kindergarten und die Schule bis zur 6. Klasse im eigenen Dorf besuchen können.» Diese Forderung wurde in einer Motion formuliert und von 172 Personen in Recherswil unterschrieben. Gemeindepräsident Hardy Jäggi reagierte in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag harsch auf dieses Begehren. «Das würde heissen, dass wir die gemeinsame Schule kündigen müssen.» Er konnte zudem nicht verstehen, dass man nicht das Gespräch mit den Behörden gesucht habe, bevor man Unterschriften sammelte.

Gemeinsame Diskussionsrunde

Maria Rothenbühler (Ressort Bildung) beruhigte Jäggi und den Gemeinderat. «Das ist nicht das Ziel der Motionäre. Sie sind eigentlich mit der Qualität der gemeinsamen Schule mit Obergerlafingen zufrieden.» Sauer aufgestossen ist vielen Eltern in Recherswil die Schulzuteilung im letzten Sommer. Der neue Schulleiter teilte die Kinder bewusst so zu, weil er eine Durchmischung der Schüler aus den beiden Dörfern erreichen wollte. Einwände, dass der Schulweg gerade für die Erstklässler lang und gefährlich werde und die Kinder deshalb begleitet werden, wurden angeblich nicht gehört. Ebenso wenig fanden Einwände, dass die Blockzeiten nichts bringen, wenn Kinder aus einer Familie in zwei Schulhäusern und zwei Dörfern eingeteilt würden, weil sie nämlich nicht gleichzeitig nach Hause kommen, kein Gehör.

Der Gemeinderat wird die Motion, wie es das Gesetz will, an der nächsten Gemeindeversammlung traktandieren. Zuvor will eine Delegation des Gemeinderates das Gespräch mit den Motionären suchen. Laufende Projekte, wie die Schulvereinbarung, die unterschriftsreif ist, und die Schulraumplanung, die in die zweite Phase geht, sollen trotzdem weitergeführt werden.

Zu viele Überstunden

In Recherswil steht heute ein 30-Prozent-Pensum für das Bausekretariat zur Verfügung. Das reicht hinten und vorne nicht: 200 Überstunden haben sich in der Zwischenzeit angehäuft. Dabei seien Arbeiten, die dringend wären, wie beispielsweise das Archivieren, vernachlässigt worden. Nadine Hess, die in einem 80-Prozent-Pensum angestellt ist und die Bauarbeiten erledigt, hat genau aufgelistet, wann sie wie arbeitet. Dabei zeigte sich, so Daniel Murer (Ressort Bau), dass es ein 60-Prozent-Pensum brauche. Die Arbeit werde wohl künftig auch nicht abnehmen, da Recherswil wachse und viel gebaut werde. Wird das Bausekretariat aufgestockt, dann fehlt Nadine Hess in der Einwohnerkontrolle und beim Schalterdienst. Sie ist zudem nicht die Einzige, die Überstunden leistet. Bei Gemeindeschreiberin Gabriella Meili sind ebenfalls 90 Stunden aufgelaufen.

Der Gemeinderat musste zur Kenntnis nehmen, dass wohl eine Pensenerhöhung für das Personal in der Verwaltung nötig ist. Gabriella Meili könnte sich vorstellen, dass eine befristete Anstellung genügen könnte. «Wir sind nach wie vor dabei, Altlasten aufzuarbeiten», erklärte sie.

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