Derendingen

Kühne + Nagel baut auf dem Wissensteinfeld ein Logistikzentrum

Die Bauprofile deuten es an: Kühne + Nagel will auf dem Derendinger Wissensteinfeld bauen

Die Bauprofile deuten es an: Kühne + Nagel will auf dem Derendinger Wissensteinfeld bauen

Der Logistikkonzern Kühne + Nagel will eine Lagerhalle und ein Bürogebäude bauen. Die damit verbundenen Arbeitsplätze sind hochwillkommen. Beim Bau des Grossprojektes sollen regionale Betriebe berücksichtigt werden.

Das weltweit tätige Logistik- und Transportunternehmen Kühne + Nagel mit Sitz im schwyzerischen Schindellegi lässt sich in Derendingen nieder. Gemäss Baupublikation will die deutsche Firma mit dem markanten Anker im Logo im Wissensteinfeld nahe der A1 ein Logistikzentrum mit Lagerhalle und Betriebsgebäude bauen. Und die Bauprofile deuten es bereits an: Mit einer Fläche von 241 mal 100 Metern und 16,50 Metern Höhe im Endausbau wird die Halle Dimensionen einnehmen, die von weitherum sichtbar sein werden.

Kühne + Nagel stösst in eine Lücke

Läuft alles nach Plan, könnte Kühne + Nagel bereits nächsten Frühling bauen. Die Baupublikation ist derzeit aufgelegt. Für Derendingen und die gesamte Region stösst Kühne + Nagel damit in eine Lücke, die in den vergangenen Monaten und Jahren durch Fabrikschliessungen entstanden ist. «Vereinfacht gesagt ersetzen Logistikfirmen heute die früheren Produktionsbetriebe, die vermehrt nach Asien abgewandert sind», sagt Derendingens Gemeindepräsident Kuno Tschumi.

Gerade auch mit der Schaffung von niederschwelligen Arbeitsplätzen könne die Firma der Gemeinde Impulse verleihen. Gemäss Aussagen des Unternehmens könnten Arbeitsplätze bis auf «Stufe Vebo» angeboten werden. «Das hat dem Gemeinderat imponiert», sagt Tschumi.

Arbeitsplätze und Mehrverkehr

Von der Verpackung über die Etikettierung und die Einlagerung von Gütern bis hin zu Dienstleistungen für andere Zweige, etwa für die Pharma- oder die Konsumgüterindustrie: Bis in fünf Jahren sollen laut den Firmenverantwortlichen auf dem Wissensteinfeld, das derzeit noch der Espace Real Estate AG gehört, bis zu 290 Arbeitsplätze entstehen. Davon rund 170 Stellen in artverwandten Betrieben, die sich im Bürogebäude einmieten können. Auch Lehrlinge sollen ausgebildet werden.

Weil Logistikbetriebe zwangsläufig Mehrverkehr mit sich bringen, ist das Fahrtenkontingent von zentraler Bedeutung. Mit 700 Fahrten liegt die Firma unter dem erlaubten Wert von 1200 Fahrten pro Tag. Die Erschliessung des Gebiets wird indes über eine neue Autobahnbrücke sichergestellt.

Regionales Gewerbe soll beim Bau berücksichtigt werden

Beeindruckt zeigt man sich in Derendingen vom «fortschrittlichen Bauprojekt». So soll die eine Hälfte des Flachdachs begrünt werden, auf der anderen Seite soll ein Solarkraftwerk von 10000 Quadratmetern entstehen. Die Fotovoltaikanlage könnte dereinst rund 75 Vierpersonenhaushalte mit Strom versorgen. Auch auf sparsame Beleuchtung und schonenden Umgang mit dem Wasser legt die Firma ein Augenmerk. Beim Bau will Kühne + Nagel im Rahmen ihrer Möglichkeiten das regionale Gewerbe berücksichtigen.

Auch für Betrieb und Unterhalt sollen ortsansässige Firmen zum Zug kommen, wie Gemeindepräsident Kuno Tschumi weiss. Weil die Firma keine eigene Cafeteria haben wird, dürften auch Gastronomie und Hotellerie in der Region profitieren. «Das Unternehmen will sich in der Region vernetzen, das wurde uns klar vermittelt.»

«Die Logistikbranche wächst»

Kühne + Nagel beschäftigt weltweit über 60000 Mitarbeiter und ist nach eigenen Angaben im Bereich der Seefracht die Nummer eins. Ein beträchtlicher Teil der Güter dürfte vom Rheinhafen in Basel nach Derendingen transportiert werden. Weil die Firma einen breit abgestützten Kundenstamm hat, ist Gemeindepräsident Kuno Tschumi zuversichtlich, dass die Ansiedlung langfristig ist: «Die Logistikbranche wächst. Das ist für uns eine Garantie, dass sich der Betrieb nicht schon bald wieder aus Derendingen verabschiedet.»

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