Biberist
Kritik an Asylzentrum-Bunker: «Könnte schlimme Erlebnisse wachrufen»

In Biberist sollen in diesen Tagen 30 syrische Asylbewerber in eine unterirdische Zivilschutzanlage einziehen. Das ruft Kritik von ungewohnter Seite hervor: dem roten Kreuz.

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Zivilschutzanlage Grüngen.

Zivilschutzanlage Grüngen.

Hansjörg Sahli

Die Wirtin Gabriela Burkhalter hat die Brätterwand bereits montiert. Diese soll den Eingang zur unterirdischen Zivilschutzanlage, die demnächst als Asylunterkunft genutzt wird, etwas abschirmen. Die Anlage befindet sich nämlich gleich unter dem Biberister Restaurant Biber. Dort sollen in diesen Tagen 30 Asylbewerber vorwiegend aus Syrien einquartiert werden. Burkhalter hat ungute Gefühle: "Ich glaube nicht, dass das gut kommt." Es seien zwar arme Leute, doch dass man die Asylbewerber in einen Bunker stecke, komme bei denen sicher nicht gut an.

Keinen guten Stand hat die unterirdische Asylunterkunft auch beim Roten Kreuz. Man sei zwar froh über jede zusätzliche Anlage, aber eine solcher unterirdischer Bunker könne bei gewissen Flüchtlingen schlimme Erlebnnise wachrufen, sagt Oliver Schwald vom Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer beim Roten Kreuz in Bern. "Eine unterirdische Unterkunft für traumatisierte Leute, die ähnliche Situationen erlebt haben, schiessen über das Ziel hinaus", sagt er gegenüber dem regionalen TV-Sender Tele M1. (fam)

Der Eingang zur Zivilschutzanlage liegt neben dem Restaurant Biber.
8 Bilder
Hier gehts hinunter in die Zivilschutzanlage
Es hat eine schnale Duschkabine mit zwei Duschen, aber ohne Abtrennung
Daneben sind vier Toiletten
Waschraum mit Brünneli
Zivilschutzanlage Grüngen in Biberist

Der Eingang zur Zivilschutzanlage liegt neben dem Restaurant Biber.

Hansjörg Sahli