Lohn-Ammannsegg
Kriminalfälle im Gottesdienst sollen die Kirchengemeinde fesseln

In der Lukaskirche ist am Sonntag Schaudern und Gruseln angesagt. Für den Krimigottesdienst hat die Autorin Christine Brand biblische Kriminalfälle mit Namen, Umgebung und Ausdrucksweise in die heutige Zeit versetzt.

Agnes Portmann-Leupi
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In der Lukaskirche werden biblische Kriminalfälle behandelt.

In der Lukaskirche werden biblische Kriminalfälle behandelt.

Zur Verfügung gestellt

«Ein Toter, auf einem Acker in Lohn-Ammannsegg, ein Bauer hat ihn gefunden. – Dies die knappen Angaben, die Kantonspolizist Ferdinand Köhli auf dem Biberister Posten von der Notrufzentrale erhält. Und dabei hat der Tag noch nicht mal begonnen.

Köhli zwängt sich zuerst in seine Uniform, dann in seinen hellblauen Fiat Punto. Beide sind ihm zu eng geworden.» Ausschnitte eines erfundenen Krimis? Ganz im Gegenteil. Es ist der Beginn eines biblischen Kriminalfalls, die Geschichte des Brudermords Kain und Abel, die im Krimigottesdienst vom kommenden Sonntag in der Lukaskirche vorgelesen wird.

Schaudern und Gruseln sind also angesagt. Eigens für diesen Gottesdienst hat die Emmentaler Krimiautorin Christine Brand biblische «Kriminalfälle» mit Namen, Umgebung und Wortwahl in die heutige Welt versetzt.

So etwa auch die Geschichte vom alten und blinden Isaak, der namens Kari in einem Emmentaler Stöckli lebt. Den väterlichen Segen gibt der Sterbende seinem Sohn Jakob, nicht aber dem eigentlich erbberechtigten Esau weiter.

Unter die Haut gehende Lesung

Das Team um den Krimigottesdienst – Pfarrerin Dorothea Neubert, Organist Thomas Zürcher, Kirchgemeinderätin Irene Thut, Rainer Zur Linde und Ursula Esther Wanner – setzt die Idee um, die Schriftlesung spannend und hautnah ins Heute versetzt wiederzugeben.

«Wir haben die ‹Krimis› aus dem Alten Testament ausgewählt, damit den Menschen bewusst werden kann, dass die biblischen Zeugnisse gar nicht so weit von der heutigen Zeit entfernt sind. Mord, Betrug und Verrat sind Themen, die es seit Menschengedenken gibt», sagt Dorothea Neubert.

Die Erzählungen aus der Bibel würden aber nicht nur die Aktualität der Verbrechen darstellen, sondern immer wieder das Geliebtsein der fehlerhaften Menschen betonen. Gott begleite alle Menschen, auch auf ihren Um- und Irrwegen. So auch Jakob, der zum Stammvater Israels wurde, obwohl er sich seine Position ergaunert habe.

Lesen wird die Geschichten Rainer Zur Linde, bekannt vom Radio. Noch heute spricht er das Signet des «Schreckmümpfeli» auf Radio SRF 1. Ursula Esther Wanner interpretiert die Geschichten musikalisch mit dem «Ma-Ta-Ko», welches sie aus einer Kombination von Monochord, Tanpura und Koto zusammen mit einem Instrumentenbauer erstellt hat.

Am Flügel sitzt Thomas Zürcher. Er gibt dem Anlass mit seinen Jazz-Improvisationen den passenden Rahmen. Ab 8.30 Uhr steht ein Kirchenzmorge bereit.

Krimigottesdienst: Sonntag, 2. Februar, 10 Uhr in der Lukaskirche in Lohn-Ammannsegg.