Tscheppach
«Kreuz» in Tscheppach soll verkauft werden

Die Gemeinde Tscheppach hat entschieden: Das Restaurant «Kreuz» soll verkauft werden. 1,59 Millionen Franken soll der Käufer aufbringen. Kann der Traditionsbetrieb nicht verkauft werden, wird ein Pächter gesucht.

Daniel Rohrbach
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Das «Kreuz» soll verkauft, aber weiterbetrieben werden.Urs Lindt

Das «Kreuz» soll verkauft, aber weiterbetrieben werden.Urs Lindt

Eines wurde an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung in Tscheppach am Donnerstag ganz deutlich. Wenn schon nach einem Käufer für das Gasthaus Kreuz Ausschau gehalten wird, soll der Gemeinderat alles daran setzen, dass der Gastronomiebetrieb auch weiterhin erhalten bleibt.

So stimmten die 33 anwesenden Stimmberechtigten dem Antrag des Gemeinderats einstimmig zu, dass dieser in erster Priorität einen Käufer suchen soll, der den ganzen Restaurationsbetrieb aufrechterhält. Findet sich aber kein Käufer, sucht die Gemeinde in zweiter Priorität einen Pächter, der die Wirtschaft weiterführt

Verkaufspreis: 1,59 Mio. Fr.

Dagegen verweigerte die Versammlung dem Gemeinderat die Kompetenz, einen Käufer zu suchen, der das «Kreuz» umnutzen will, wenn sich bis zum 30. Juli 2012 kein Gastrokäufer finden lässt. Ein Antrag aus der Versammlung, wonach die Gemeindeversammlung über die Umnutzung zu befinden habe, wurde einstimmig angenommen. Der Verkaufspreis, der dem Gemeinderat vorschwebt, beträgt 1,59 Millionen Franken. Dieser Betrag setzt sich aus dem seinerzeitigen Kaufpreis von 1,175 Millionen Franken, den in der Zwischenzeit getätigten Investitionen, sowie den Zins- und Verkaufskosten zusammen. Die Suche nach Käufern überträgt die Gemeinde einem Immobilienmakler.

Vor bald fünf Jahren beschloss die Gemeindeversammlung, das «Kreuz» zu kaufen. Die Absicht hinter diesem Kauf: Das traditionsreiche Gasthaus aus dem Jahre 1779, das einige Zeit leer stand, soll nicht in falsche Hände fallen und als Restaurationsbetrieb weitergeführt werden. Mit Kurt Lamparter fand sich abald ein Pächter, der das Gasthaus bereits in früheren Zeiten erfolgreich geführt hatte.

«Bildungsbeiz»

Lamparter, der zwischenzeitlich in der Erwachsenenbildung tätig war, verband seinen Wiedereinstieg in die Gastronomie mit einer neuen Idee. Das «Kreuz» sollte zu einer «Bildungsbeiz» werden. Gastronomie und Erwachsenenbildung sollten im Wirtshaus Hand in Hand gehen. Der gewünschte Erfolg blieb jedoch aus. Schon seit einiger Zeit geht Lamparter deshalb tagsüber einer anderen Beschäftigung nach und öffnet das Wirtshaus erst abends.

Lamparter hat noch bis Ende 2012 einen Pachtvertrag, den er auch gewillt ist zu erfüllen. Sollte sich aber vor Ablauf des Pachtvertrags ein Käufer finden, ist Lamparter bereit, auch schon früher aufzuhören.