Es bestehe ein grundsätzlich gutes Einvernehmen zwischen Schule und Elternhaus, kommt das Evaluationsteam zum Schluss. Die Eltern seien mit der Erfüllung der Betreuungs- und Aufsichtsfunktion, aber auch mit der Arbeit der Lehrpersonen zufrieden. Die Schulführungsarchitektur der Kreisschule Gäu erweise sich als funktionsfähig und entspreche den Erfordernissen des Schulalltags. Die Kreisschule werde gut geführt und die Führungsstruktur entspreche den Anforderungen einer Schule mit mehreren Standorten. Unter der Lehrerschaft herrsche ein gutes Arbeitsklima. Die kollegialen Beziehungen seien gut, die Lehrpersonen identifizierten sich mit ihrer Schule. Bis auf eine Ausnahme stehen deshalb alle Ampeln im Bericht auf grün.

Gelbe Ampel für Schulklima

Einzig beim Schul- und Unterrichtsklima gab es eine gelbe Ampel, weil das Evaluationsteam gewisse Defizite festgestellt hat, und zwar in Bezug auf Respekt und Fairness zwischen Lehrpersonen und Schülerschaft, Regelklarheit und Verbindlichkeit, Schule, Klasse als Gemeinschaft sowie Mitsprache und Mitwirkung. In diesem Ergebnis widerspiegelt sich nach Auffassung von Schulleitung und Schulkommission unter anderem auch der Umstand, dass sich die Kreisschule Gäu während der Fremdevaluation durch die Umsetzung der Schulreform auf der Sekundarstufe I in einem grossen Umbau befand. Klassenverbände mussten an andere Schulorte bzw. in andere Schulhäuser verlegt werden.

Probleme in Wolfwil

Die schwerwiegendsten Beeinträchtigungen wurden festgestellt am Schulort Wolfwil. Dort gab es seit dem gesundheitsbedingten Ausfall des allseits geachteten und beliebten Schulleiters René Rudolf von Rohr viele personelle Veränderungen im Lehrkörper, aber auch betreffend die Klassenstrukturen. Würden zum heutigen Zeitpunkt die Umfragen und Interviews in Wolfwil mit den aktuellen drei Bezirksschulklassen und einer Sekundarklasse durchgeführt, wären bestimmt positivere Ergebnisse zu verzeichnen. Unabhängig vom Evaluationsbericht haben Schuldirektion und Schulkommission alles daran gesetzt, im Lehrkörper in Wolfwil für Stabilität zu sorgen. Dies ist von grosser Bedeutung für die künftige Planung mit allen 9. Kursen ab dem Schuljahr 2013/2014 in Wolfwil.

«Hinhörkultur» verbessern

Die gelbe Ampel im Evaluationsbericht betrachtet die Schulführung als Verpflichtung, hinsichtlich des Schul- und Unterrichtsklimas wachsam zu sein und weiteren Handlungsbedarf auszuloten. Insbesondere gilt es weiterhin darauf zu achten, dass im Zusammenhang mit der Umsetzung der Sek-I-Reform, hauptsächlich mit der Neuverteilung der Schulklassen an den Standorten Carpe Diem (Neuendorf) und Wolfwil, sich die Zusammensetzung von Lehrerkollegien und Schülerschaften verändert hat und dieser Zustand noch nicht konsolidiert ist. Schulleitung und Schulkommission erachten es als besonders wichtig, die «Hinhörkultur» zu fördern und alle an der Schule Beteiligten (Lehrer, Schüler, Eltern) verstärkt einzubeziehen sowie Regeln anzupassen. Das im Schulleitbild verankerte Motto, Betroffene zu Beteiligten zu machen, solle dabei wegweisend sein.

«Hohe Ziele erstrebenswert»

Die Schulführung will nicht nur zur Verbesserung des Schul- und Unterrichtsklimas beitragen, sondern auch die Mitarbeitergespräche konsequent einsetzen und als Steuerungselement des Qualitätsmanagements nutzen. Das Wirken der Kreisschule Gäu soll nach wie vor darauf ausgerichtet sein, die Jugendlichen optimal auf das (Berufs-)Leben vorzubereiten. Dass dies gelingt, wurde im Rahmen des Evaluationsbesuches von Lehrpersonen, Schulführungsverantwortlichen sowie Eltern betont und von den Eltern mehrheitlich geschätzt. Auch für die Schülerinnen und Schüler ist das Erreichen hoher Leistungsziele erstrebenswert. Die guten Noten in diesem Bereich haben Schulleitung, Lehrerschaft und Schulkommission mit Genugtuung zur Kenntnis genommen. (ksg)