Zu diesem Betrag (zuzüglich 5 Prozent Zins ab dem 19. Mai 2008) kommt laut dem Richterspruch ein Anteil von je 11 000 Franken von den Verfahrenskosten.

Daniel Stüdi hatte im über zehn Jahre andauernden Rechtsstreit durch alle Instanzen zuletzt einen Schadenersatz von über 668 000 Franken plus Zins geltend gemacht (wir berichteten mehrfach). Dies, nachdem der Landwirt 2008 auf Druck der Gemeinde und des Kantons seinen von den Behörden «formell bewilligten», aber letztlich «materiell rechtswidrigen» Schweinezuchtstall im Dorfzentrum hatte schliessen müssen.

Zu kleiner Abstand zur Wohnzone

Das Bundesgericht hatte diese Einschätzung schon 2004 klar gemacht. Und festgestellt, dass der Kanton dafür verantwortlich sei, dass vor der Bewilligung für den Schweinestall die Grenzabstände zur Wohnzone gemäss Luftreinhalteverordnung nie überprüft worden seien.

Wäre das in solchen Fällen übliche Zirkulationsverfahren in der kantonalen Verwaltung durchgeführt worden - was wegen eines «Missverständnisses» unterlassen worden sein soll - dann wäre der von der Deitinger Baubehörde bewilligte Ausbau des Zuchtbetriebes vom Kanton nie bewilligt worden.

Auch Stüdi in Verantwortung

Kanton und Gemeinde «tragen Verantwortung am Zustandekommen der rechtswidrigen Baubewilligung und werden für den dem Kläger entstandenen Schaden haftbar», hält das Verwaltungsgericht in seinem Urteil nun unmissverständlich fest. Eine anteilmässige Haftung der beiden Beklagten scheine deshalb «sachgerecht». Für die Schadensberechnung ziehen die Richter die Investitionskosten, zuzüglich Abbruch-, Stilllegungs- und Prozesskosten im Widerrufsverfahren zusammen: Diese Summe wird mit 263 775 Franken beziffert aber vom Verwaltungsgericht um 20 Prozent herabgesetzt.

Damit nehmen die Richter auch Stüdi in Mitverantwortung: «Da dem Kläger als auf die Schweinezucht spezialisierter Agraringenieur ETH, vorzuhalten ist, er hätte die Geruchsproblematik erkennen und im Baugesuch nicht vermerken dürfen, es sei mit keiner Mehrbelastung zu rechnen». Daraus ergibt sich Schadenersatzsumme von etwas über 211 000 Franken. Stüdi drang damit mit seinem Begehren nur zu einem Drittel durch, weshalb er zur Übernahme von zwei Dritteln der Verfahrenskosten verknurrt wird, das heisst 44 000 Franken, Kanton und Gemeinde müssen je 11 000 Franken bezahlen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig: Sowohl Franz Fürst, Chef des kantonalen Amtes für Legistik und Justiz, als auch Daniel Stüdi erklären auf Anfrage, dass sie erst nach eingehendem Aktenstudium über einen allfälligen Weiterzug entscheiden werden.