Deitingen
Konzert der Musikgesellschaft: Von Mozart bis zum Füürwehrchörli

Ein vielseitiges Programm und verschiedenste Solo-Auftritte gab es am Konzert der Musikgesellschaft Deitingen zu hören.

Hans Blaser
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Die MG Deitingen unter der Leitung von Roger Siegenthaler forderte auch das Publikum zum Mitsingen auf.

Die MG Deitingen unter der Leitung von Roger Siegenthaler forderte auch das Publikum zum Mitsingen auf.

So breit gefächert wie bei diesem Konzert präsentierte sich das Programm der Musikgesellschaft Deitingen kaum je, seit sie unter der Direktion von Roger Siegenthaler spielt. Damit spricht sie ein grosses Publikum an. Begonnen hat sie ganz klassisch mit einem Marsch. Gewählt hat sie «Arosa» von Oskar Tschuor. Den kennt nun wirklich fast jeder Blasmusikfan. Damit stellte sich schon fast ein Mitsing-Effekt ein. Den nutzte Siegenthaler dann später auch wirklich aus. Im zweiten Teil lagen die Noten zu einem Medley aus bekannten Liedern auf den Notenpulten. Da brauchte sich der Dirigent jeweils nur zum Publikum hinzudrehen und schon sang dieses brav mit. Es konnte sich auch beim offiziellen Schluss nochmals singend beteiligen beim bekannten Lied «Mir si vo dr Füürwehr».

Frauen setzen Ausrufezeichen

Gesang, diesmal aber Sologesang, gab es auch im ersten Teil. Inzwischen erwartet man es schon fast, dass die Saxofonistin Rebecca Bieri ihr Instrument weglegt und zum Mikrofon greift. Aus dem von Sylvester Levay komponierten Musical «Elisabeth» sang sie zur Hintergrundmusik «Ich gehör nur mir». Damit lieferte sie schon das zweite Ausrufezeichen auf die Frauen im Verein. Das erste setzte Doris Christ. Mit einer tollen Interpretation von «Phantasca», einem Solo für Flöte und Blasorchester von Hubert Motay, verzückte sie das Publikum. Sie wurde aber auch bei weiteren Titeln durch das Arrangement begünstigt. Einer davon kam aus der Feder von Mozart. Es ist eigentlich der dritte Satz aus seiner 11. Klaviersonate. Dazu gibt es verschiedene Arrangements. Sie alle tragen Titel in verschiedenen Sprachen, gemeint ist aber immer «Türkischer Marsch». Auch da lieferte Christ mit einem perlenden Pikkolo die musikalisch wertvollen Verzierungen. So ganz wollten die Männer den beiden Frauen die Soli doch nicht überlassen. Die Saxofonisten wollten wohl nicht hinter ihrer singenden Registerkollegin zurückstehen. Im Wechsel meisterten die Männer deshalb die Soli in «Georgia on My Mind» und spielten zeitweise auch zu zweit.

Zu zweit legten auch die beiden Euphonisten Adrian Bader und Roland Bätscher ein Duett auf die Bühne. Auf ihren Instrumenten hätte man das von ihnen erwarten dürfen. Sie wollten es aber spektakulärer und wählten das Alphorn und «Le Ranz des Vaches» von Abbé Joseph Bovet. Zu zweit solierte überdies in «Tuxedo Junction» ein Brüderpaar. Für das Solo auf dem Tenorsaxofon von Lukas Hulliger sorgte Bruder Felix Hulliger für die kraftvolle Tuba-Einleitung. Alle diese Soli erhielten wie gewünscht eine dezente Begleitung. Dass aber das Kollektiv die Musik ausmacht, konnte durchaus auch gehört werden. Deutlich wurde das besonders bei der sinfonischen Skizze von Stephan Jaeggi aus dem Jahr 1948 mit dem Titel «Im Frühjahr».

Bei der ersten Zugabe mit dem jazzigen «Just a Gigolo» durfte der Zuzüger Heinz Ochsner auf der Trompete sein Können nochmals aufblitzen lassen, bevor der «Solothurner Marsch» von Stephan Jaeggi den traditionellen Schluss markierte.