Luterbach
Kontron-Mitarbeiter kämpfen mit Warnstreik für besseren Sozialplan

56 Mitarbeiter der Luterbacher Kontron AG erhielten im Oktober die Kündigung. Die Verhandlungen zum Sozialplan laufen für die Gewerkschaft Unia aber nicht wunschgemäss. Am Donnerstagmittag hat die Belegschaft vor der Kontron ein Zeichen gesetzt.

Merken
Drucken
Teilen
Warnstreik der Kontron-Belegschaft
6 Bilder
Sie fordern, dass die Kontron-Chefs mit der Gewerkschaft Unia zusammen verhandelt.
Markus Baumann, Sektionsleiter Unia Solothurn, spricht zu den Anwesenden
An der Eingangstür hat die Unia ein grosses Plakat «Der Kontron-Skandal» angebracht.
Flyer der Unia

Warnstreik der Kontron-Belegschaft

Hansjörg Sahli

Die Belegschaft ist mit Unterstützung der Gewerkschaft Unia geschlossen in einen Warnstreik getreten. Mit der Arbeitsniederlegung fordern die rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen besseren Sozialplan und die unverzügliche Aufnahme von Verhandlungen mit der Unia.

Dies, weil die Geschäftsleitung der Kontron - statt zu verhandeln - einen Sozialplan vorgelegt hatte, der «als völlig ungenügend taxiert werden musste», wie es vonseiten der Unia heisst. «Trotz verschiedenen Kontakten und Interventionen weigern sich Geschäftsleitung und Verwaltungsrat der Kontron AG jedoch kategorisch, diese fälligen Verhandlungen aufzunehmen.»

«Arrogantes Diktat»

Am 18. Dezember habe die Geschäftsleitung der Unia per Mail mitgeteilt, dass sie aufgrund der grossen Differenzen zu keinen Verhandlungen mit der Unia bereit sei. «Stattdessen diktierten die Kontron-Chefs den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in erpresserischer Weise, bis am 11. Januar 2013 den einseitig erlassenen Sozialplan entweder zu akzeptieren oder auf jegliche Leistungen zu verzichten», so die Unia.

Die Kontron-Belegschaft sei nicht bereit, dieses «arrogante Diktat» hinzunehmen. An der Belegschaftsversammlung am Mittwochabend wurde einstimmig beschlossen, heute Donnerstag in einen Warnstreik zu treten « und den berechtigten wie begründeten Forderungen Nachdruck zu verleihen».

Im Oktober gekündigt

Die deutsche Kontron-Gruppe mit Sitz in Eching hatte Ende September 2012 die Schliessung des Betriebs im solothurnischen Luterbach angekündigt. Ende Oktober wurden dann die Kündigungen gesprochen. 56 Angestellten und fünf Lernende verloren ihren Job.

Die betroffene Belegschaft beauftragte dann die Gewerkschaft Unia, einen Sozialplan auszuarbeiten und darüber mit der Kontron zu verhandeln. (ldu)