Balsthal
Königshalle soll verkauft werden

Die Königshalle auf dem ehemaligen von Roll-Areal in Balsthal soll verkauft werden. Die Eigentümer wollen sich aus finanziellen Gründen von der Halle trennen. Interessenten sind bereits vorhanden.

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Königshalle Balsthal
8 Bilder
Blick in den Zuschauerraum
Mitten durch die Halle führen noch die ehemaligen Bahngeleise
Die dramatisch-literarische Gesellschaft Balsthal führte ihre Theaterproduktionen in den letzten Jahren in der Königshalle auf
Ansicht der Königshalle, einer ehemaligen Industriehalle, von Süden her
Die Bühne wurde nach dem Kauf der Halle eingebaut
Das Foyer mit dem speziellen Kronleuchter
Blick vom Balkon auf die Dünnern

Königshalle Balsthal

Hanspeter Bärtschi

Die Königshalle liegt auf dem ehemaligen von Roll-Areal in der Klus. Rund 20 Meter lang und 20 Meter breit ist sie seit 2004 Heimat für einen Kulturbetrieb. In diesem Jahr haben Marc Bloch, Urs Flückiger und Peter Eggenschwiler das Gebäude gekauft. Vor drei Jahren kamen mit Rolf Hafner und Peter Hammer zwei weitere Eigentümer dazu. Die Halle wurde jahrzehntelang industriell genützt und konnte 2004 aus einer Konkursmasse gekauft werden. «Wir mussten alles darin selbst herrichten», erklärt Marc Bloch. Vieles wurde in Fronarbeit erledigt. «Wir hatten auch viele wohlwollende Handwerker, die uns halfen.»

Auch für private Anlässe

So wurde eine Küche eingerichtet, WC-Anlagen eingebaut, eine Bar und ein Foyer. Dann gibt es einen Theaterraum mit Bühne, Beleuchtung und Tonanlage. Die drei Initianten, die die Halle vor acht Jahren kauften, sind Mitglied der DLG, der Dramatisch-literarische Gesellschaft Balsthal. Die Halle wurde zum neuen Spiellokal der Theaterleute. «Tatsächlich hatten wir jahrelang Probleme ein passendes Spiellokal zu finden», so Bloch. In der Königshalle hat die DLG beispielsweise die Möglichkeit, die Kulissen stehen zu lassen.

«Nur mit dem Theater alleine finanziert sich die Halle aber nicht», erklärt Marc Bloch, der als Ansprechpartner für die Vermietung fungiert. Um über die Runden zu kommen, wird die Königshalle auch an andere Institutionen oder für private Feste vermietet. Rund 150 Anlässe haben so seit 2004 stattgefunden, schätzt Bloch.

Oper-Proben in der Halle

Ein Highlight war dabei die Vermietung im Jahr 2006 an die Kantonsschule Solothurn, die die Halle einen Monat lang für die Proben zur Oper «Dido und Aeneas» nützte. Beinahe wurde die Königshalle auch Kulisse für den Film «Dällebach Kari». Die Produktionsfirma interessierte sich dafür, den Coiffeursalon in Balsthal nachzubauen und in der Halle zu drehen. «Leider war das Gebäude zu klein und wir erhielten schliesslich eine Absage.» Einer der treusten Mieter sei der Kulturpunkt Balsthal. Ein schöner Teil der Anlässe, die dieser Kulturverein organisiert, wurde bisher in der Königshalle durchgeführt.

Alles in allem ist Bloch mit der Ausmietung zufrieden. «In der Stadt würde sie sicher noch besser genützt.» Um die Halle professionell vermarkten zu können, müsste aber eine Person die volle Verantwortung übernehmen. «Wir Eigentümer stehen alle im normalen Erwerbsleben», so Bloch. Und jemanden anzustellen liege finanziell nicht drin. Deshalb habe man sich dazu entschossen, die Halle zu verkaufen. Eilig haben es die Eigentümer damit aber nicht. «Wir haben kein einziges Inserat geschaltet, sondern unsere Absicht einfach mal mündlich kundgetan.» Tatsächlich gebe es auch so bereits Interessenten.

Zu Ehren der Gründerin

Die Königshalle hat ihren Namen übrigens von Lydia König. Sie ist eine der Gründerinnen der Dramatisch-literarische Gesellschaft Balsthal und verstarb im Jahr 2004. Bloch ist sich im Klaren darüber, dass das Gebäude nach einem Verkauf möglicherweise einer völlig neuen Nutzung zugeführt wird. «Wir haben uns am Anfang voller Eifer in dieses Projekt gestürzt. Aber mit der Zeit ist man etwas weniger enthusiastisch», gibt er zu. So haben die Eigentümer durchaus selbst geputzt, nach einem Anlass. «Das wurde uns zu viel.»

Wer die Königshalle übernimmt, muss sicher selbst auch noch weiter investieren. Das Dach müsse saniert werden, so Bloch. Und im Winter könne es trotz Heizung kühl sein, weil die Halle nicht isoliert ist. Trotzdem hat das Gebäude einen ganz eigenen Charme. Speziell ist sicher seine Lage. Mitten im Industriegebiet ist das Haus nämlich über die Dünnern gebaut. Vom Foyer aus kann im Sommer ein Balkon, beispielsweise für ein Apéro, genützt werden. Im Foyer gibt es zudem eine weitere Kuriosität. Die alten Geleise die einst über das Areal führten sind nämlich immer noch vorhanden.