Im ganzen Kanton Solothurn ist das Ausbringen von Gülle in der Quellschutzzone 2 verboten. Doch genau dies hat ein Bauer in Nennigkofen getan. Der Gemeindepräsident musste sich belehren lassen, dass dieser Bauer über eine Sonderbewilligung verfügt. Er darf 20 Kubikmeter Jauche pro Jahr auf diesem Grundstück austragen.

Um die Gefahr von verseuchtem Trinkwasser durch Kolibakterien zu bannen, hat der Gemeinderat die dortige Quelle vorsichtshalber verworfen. «Die Quelle Lüsslingen führt genügend Wasser ins Reservoir», versicherte Gemeindepräsident Herbert Schluep.

Bei starkem Regen untersuche das Amt für Lebensmittelkontrolle zudem sicherheitshalber das Reservoirwasser auf Verunreinigungen. Schluep möchte beim Kanton beantragen, die Sonderbewilligung auf besagtem Grundstück zu löschen. Am liebsten sähe er dort Öko-Flächen. Diese bräuchten keine Düngung und würden das Quellwasser nicht gefährden, betonte er.

Unangenehmer Chlorgeschmack

Ein weiteres Wasserthema beschäftigte den Gemeinderat an der Sitzung. Doris Weyeneth machte darauf aufmerksam, dass sich viele Leute über den Chlorgeschmack im Hahnenwasser beklagten.

Bauverwalter Kuno Eberhard weiss um dieses Problem. «Wir haben eine Entkeimung des Wassers mit Ozon geprüft», orientierte er. Eine solche Anlage brauche aber enorm viel Platz. Platz, der im Reservoir nicht vorhanden sei. Ein Umbau würde ungefähr eine halbe Million Franken kosten, schätzte Eberhard. Es werde jedoch versucht, die Chlorierung besser einzustellen. «Den Geschmack bringt man jedoch nicht ganz weg», gab er zu.

Laut Lebensmittelinspektorat stelle dies jedoch keine gesundheitliche Gefahr dar, merkte der Gemeindepräsident an. Es sei vor allem ein «Morgenproblem», da sich das Gas über Nacht zuoberst in den Wasserhähnen sammle. Er empfiehlt, vor dem ersten Gebrauch jeweils einen Becher Wasser abzulassen.

Schlaglöcher flicken

Viele Gemeindestrassen haben im letzten Winter stark gelitten. So zum Beispiel die Dorfstrasse, oder die Einfahrt zum Römerweg, wo wegen der Löcher schon Velofahrer gestürzt seien, wie Gemeindeschreiberin Madeleine Stuber zu Ohren gekommen ist.

Die nötigsten Sanierungen werden Kosten von rund 82 000 Franken verursachen. «Die Hälfte davon können wir privaten Personen zuweisen», schätzte Kuno Eberhard. Damit liegen die dringendsten Reparaturen im Budget, das 54 000 Franken für Strassenunterhalt vorsieht. Weitere grössere Sanierungen werden ins nächste Budget aufgenommen.

Eine positive Überraschung konnte Eberhard in Sachen Glasfasernetz vermelden. 50 000 Franken würde eine Ausführung durch die Firma GA-Weissenstein (GAW) kosten. Nun hat die Swisscom die Gemeinde ausgewählt, um sie mit ihrem Glasfasernetz zu versorgen. Bei dieser Variante führen die Kabel zwar nicht bis in die einzelnen Haushalte, wie dies bei der GAW der Fall wäre, sondern enden in Verteilkästen in den Strassen. Überrascht zeigte sich der Bauverwalter über den Zeitplan: «Baubeginn ist September 2014, fertiggestellt wird das Netz Ende Jahr sein», zitierte er aus dem Schreiben der Swisscom. Und dies alles erst noch kostenlos.

Eine Arbeitsgruppe ist daran, das Leitbild für die Ortsplanungsrevision Nennigkofen zu erarbeiten. Das Gremium wird sich erst in den Bauentwicklungsplan vertiefen, um einen ersten Entwurf ausarbeiten zu können.