Kleinlützel
Spektakuläre Arbeiten an zum Teil überhängenden Felswänden

Zum Schutz des Dorfes: Oberhalb Kleinlützel verrichteten in den letzten Wochen Arbeitskräfte Ausholz- und Reinigungsarbeiten.

Martin Staub
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Anspruchsvoller Einsatz: Reinigungs- und Sicherungsarbeiten an der Felswand.

Anspruchsvoller Einsatz: Reinigungs- und Sicherungsarbeiten an der Felswand.

Martin Staub

Die Aktivitäten, die in den letzten Wochen entlang der Kleinlützler Dorfholle starteten, waren nicht zu übersehen. Fahrzeuge, Baumaschinen, ein über-dimensionaler Kranwagen und zahlreiche Arbeitskräfte einer Spezialfirma für Felstechnik aus der Innerschweiz belagerten abschnittweise die Dorfstrasse. Die spektakulären Ausholz- und Reinigungsarbeiten entlang des Steilhangs und an den Felspartien bildeten den Start eines Schutzprojektes, welches viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Wie viel genau, hängt von zahlreichen noch unbekannten Faktoren ab.

Mehrere Gebäude in der Gefahrenzone Rot

«Wichtig und dringend ist, dass die Umsetzung der Schutz-massnahmen nun endlich starten kann», freut sich Beatrice Fabbro. Das kostspielige Projekt – die Rede ist von 2 bis 3 Millionen Franken –, welches zu 80 Prozent vom Kanton Solothurn finanziert wird, sei schon seit vielen Jahren im Gespräch, sagt die zuständige Gemeinderätin. Gemäss der im Jahre 2007 erstellten Naturgefahrenkarte stehen die meisten Bauten entlang der Dorfholle in der Zone Rot. Das bedeutet erhebliche Gefahr und absolutes Bauverbot. Schäden durch Steinschlag habe es schon öfters gegeben, zum Glück aber bisher ohne Folgen von Verletzungen, erklärt Fabbro.

Zum Abschluss dieser ersten Etappe werden für die vorgesehenen Schutznetze an den Felswänden Bauprofile erstellt. Für die zum Teil auffälligen Schutzeinrichtungen sei ein ordentliches Baubewilligungsverfahren notwendig, informiert Projektleiter Richard Waite.

Der Diplomgeologe und Projektleiter Geologie, Naturgefahren der Firma PNP Geologie Geotechnik, welche in der Region schon mehrere ähnliche Schutzprojekte begleitet hat, erklärt auch, wie sich die Lützler Dorfholle nach der Sanierung präsentieren wird: «Der obere Schutzwald bleibt bestehen, der untere Teil, entlang und unterhalb des Spazierwegs, soll ausgedünnt und in einen weidähnlichen Zustand gebracht werden, so wie dieser Steilhang vor rund hundert Jahren ausgesehen hat.» Dies sei ein Glück für die Natur, sagt Beatrice Fabbro, die solche Südhänge als «Highlight der Biodiversität» bezeichnet.

Über den Zeitpunkt der Fertigstellung des Schutzprojekts möchten sich weder der Projektleiter noch die Gemeinderätin auf die Äste hinauswagen. «Falls alles reibungslos vonstatten geht, der Teil über der Dorfstrasse bis zur Dorfmitte vielleicht Ende Jahr oder auch erst im Jahr 2022», schätzen die beiden. Die Schutzarbeiten im westlichen und im östlichen Teil der Dorfholle folgen noch später.