Tourismus

Kinofahrt durch den Weissensteintunnel wird aufpoliert

Das Tunnelkino begeistert sein Publikum schon seit Jahren mit seinem Angebot.

Das Tunnelkino begeistert sein Publikum schon seit Jahren mit seinem Angebot.

Pro Jahr geniessen rund 600 Personen die Kinofahrt durch den Weissensteintunnel. Die Lokomotive der Bahn wird nun mit einem neuen Sicherheitssystem ausgerüstet - Kostenpunkt: 120 000 Franken.

Seit Beginn des Tunnelkinos, die Idee entstand im Jahre 1999 anlässlich der Eisenbahntage, entwickelte sich die Kinofahrt durch den Weissensteintunnel zu einem festen Bestandteil des hiesigen Tourismusangebotes. Heute kommen rund 600 Personen pro Jahr in den Genuss dieses Angebots. «Oft ist die Nachfrage so gross, dass wir nicht die Kapazität dazu haben, sie ganz zu erfüllen», erklärt Charly Zimmermann, Präsident des Vereins Tunnelkino, der mittlerweile über 40 Mitglieder zählt.

Die Erfolgsgeschichte des Vereins wird nun durch eine Forderung des Bundesamtes für Verkehr überschattet: Rund 170 000 Franken kostet das neue Sicherheitssystem, mit welchem das Triebfahrzeug ausgerüstet werden muss, um auch zukünftig den allgemeinen Sicherheitsstandards zu entsprechen.

«Durch grosse Bemühungen unsererseits haben wir eine Lösung aushandeln können, um den Gesamtpreis auf rund 120 000 Franken herunterzubringen», erzählt Zimmermann stolz. 20 000 Franken konnten von der Vereinskasse bereits bezahlt werden.

Bahnnetz wieder nutzbar

Eine günstigere Lösung konnte erreicht werden, indem man das geforderte Sicherheitssystem von einem bereits ausrangierten Fahrzeug in das Triebfahrzeug des Tunnelkinowagens baut.

«Seit 2011 betreiben wir das Tunnelkino mit einer Ausnahmebewilligung des Bundesamtes für Verkehr», erläutert Charly Zimmermann. Diese Bewilligung würde jedoch Ende dieses Jahres ablaufen. Wenn alles nach Plan laufe, sei der Umbau bis dahin abgeschlossen. «Unser Ziel ist es, dass die Arbeiten an unserem Triebfahrzeug mit der Eröffnung der neuen Gondelbahn des Weissensteins beendet sind.»

Schweizweiter Spendenaufruf

Bis jetzt habe der Verein durch einen schweizweiten Briefversand an potenzielle Spender rund 75 000 Franken zusammengebracht. Auch die Kantone Solothurn und Bern wollen sich an den Kosten beteiligen. Nun wird sich der Verein zum Beginn der diesjährigen Saison noch einmal an die Öffentlichkeit wenden, um die fehlenden 25 000 Franken noch bis Ende dieses Jahres zusammenzubekommen. «Für die Spender stehen verschiedene ‹Bhaltis› bereit», sagt Charly Zimmermann.

Sobald das Triebfahrzeug umgebaut ist, könne man auch wieder das ganze Bahnnetz verwenden. Dies sei insofern wichtig, als dass man die Gäste auch mal an den verschiedenen Bahnhöfen abholen kann, berichtet Zimmermann. Bis dahin sei man auf die Strecke Oberdorf–Gänsbrunnen beschränkt.

Das Programm des Tunnelkinos begeistert sein Publikum schon seit 15 Jahren. Während man auf der Fahrt von Oberdorf nach Gänsbrunnen einen Apéro geniesst und im Weissensteintunnel einen Halt macht, um ein Glas frisch gezapftes Quellwasser zu trinken, schaut man auf der Rückfahrt einen eigens für das Tunnelkino produzierten Film.

Nach der zirka einstündigen Zugfahrt mit Kino und Verpflegung wartet in Oberdorf das «Tunnelbeizli» auf die Besucher. «Wir hoffen, dass wir nach den Modifikationen an unserem Zug den Menschen dieses Erlebnis noch lange anbieten können», sagt Charly Zimmermann.

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