Amtsgericht

Kinderschänder bleibt in geschlossener Anstalt

Andreas T.* ist eine Gefahr für die kleinen Mädchen in seinem Bekanntenkreis. Symbolbild

Andreas T.* ist eine Gefahr für die kleinen Mädchen in seinem Bekanntenkreis. Symbolbild

Ein 47-jähriger Mann hat drei Mädchen sexuell missbraucht und sich selber dabei gefilmt. Das Gericht verfügte eine Weiterführung der Psychotherapie im geschlossenen Massnahmenzentrum St. Johannsen.

Immer wieder betonte Andreas T.* vor dem Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt mit geschickt gewählten Worten, dass es ihm mit der Psychotherapie im geschlossenen Massnahmenzentrum St. Johannsen viel zu langsam vorangehe.

Dass es dabei bis heute noch gar nicht um seine Delikte gegangen sei, die er nun endlich verstehen und angehen wolle. «Ich bin jetzt 47 Jahre alt und könnte mich auf dem Arbeitsmarkt gut verkaufen», sagte der wegen mehrfacher Schändung und sexueller Handlungen mit Kindern angeklagte Schweizer voller Selbstvertrauen. Er habe Stellenangebote, und Wohngelegenheiten bei Freunden gebe es auch für ihn. «Aber je länger ich in einer geschlossenen Anstalt bleiben muss, umso schwieriger wird es für mich, und ich habe existenzielle Ängste, weil ich meine Schulden in meinem ganzen Leben nie mehr zurückzahlen kann, wenn ich nicht bald wieder arbeiten darf.»

Er wolle nicht länger zur Last fallen, sondern wie früher ein guter Steuerzahler sein. «Deshalb bitte ich das Gericht, mir diese Chance zu geben», bat der Angeklagte.

Obskure Erpressungsgeschichte

Als es aber in der Befragung um seine schweren Delikte ging, da hielt der Angeklagte keine derart geschickten Reden. Er habe an Sex mit seiner damaligen Freundin gedacht, als er die zweijährige Tochter einer Bekannten missbrauchte. Er sei nicht pädophil.

Auf den Videoaufnahmen, die er dabei gemacht hatte, war aber zu sehen, wie er die Hände und den Kopf des kleinen Mädchens an seinen Penis zwang und wie er ihm ins Gesicht ejakulierte. Um zu erklären, weshalb er so etwas Abscheuliches tat und das auch noch filmte, erfand er eine hanebüchene Erpressungsgeschichte, für welche die Polizei bei den Ermittlungen kein einziges Indiz fand.

Aufgeflogen war Andreas T., nachdem eine Mutter auf dem Computer ihrer 13-jährigen Tochter Fotos fand, auf denen er der halb nackten Minderjährigen an die Brust fasste. Die Fotos habe er gemacht, weil das Mädchen Fotomodell werden wollte und dies wünschte, erklärte er dem Gericht.

Freiheitsstrafe von sechs Jahren

Die Mutter zeigte ihn bei der Polizei an. Diese fand bei der Hausdurchsuchung auf verschiedenen Speichermedien viele weitere perverse Filme und Fotos. So hatte er sich selber gefilmt, wie er mit demselben 13-jährigen Mädchen, das schlief oder sich schlafend stellte, zweimal den Geschlechtsverkehr vollzog, einmal sogar ohne Kondom. Ein zehnjähriges Mädchen hatte er während mehr als zweier Stunden immer wieder im Schlaf gefilmt und dabei masturbiert. Die Kleider des schlafenden Kindes schob er so zur Seite, dass er intime Stellen filmen konnte.

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Doch die nötige Einsicht, dass er ein perverser Kinderschänder und eine Gefahr für die kleinen Mädchen in seinem Bekanntenkreis ist, fehlt Andreas T. offensichtlich, wie die Gerichtsverhandlung zeigte. Deshalb verfügte das Amtsgericht, dass er seine vor einem Jahr begonnene Psychotherapie in der geschlossenen Anstalt St. Johannsen weiterführen muss.

Andreas T. wurde, wie von Staatsanwältin Petra Grogg gefordert, wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern, mehrfacher Schändung sowie wegen Herstellung und Besitz verbotener Pornografie schuldig gesprochen. «Es war ein rücksichtsloser und egoistischer Vertrauensmissbrauch gegenüber den Mädchen und deren Mütter», begründete Amtsgerichtspräsident Stefan Altermatt die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren.

*Namen von der Redaktion geändert

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