Leserwandern
Kinder erobern auf der Familienwanderung einen grossen Findling

82 Leserwanderer begaben sich auf die Spuren der Pfahlbauer im solothurnischen Wasseramt. Die Wanderung führte von Subingen an den Inkwilersee bis zum Burgäschisee.

Rahel Meier
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Das Spezialfahrzeug, ein Toyota Sienna in dem beispielsweise die Hütchen für die Leserwanderer transportiert werden
32 Bilder
Wanderleiter Jürgen Hofer begrüsst die 82 Wanderer
Ausgangs Subingen in Richtung Heidenmoos
Ausgangs Subingen in Richtung Heidenmoos
Kantonsarchäologe Pierre Harb stösst zur Wandertruppe
Kurze Pause, in der Bildmitte Thomas Fischer (Gemeindepräsident Drei Höfe)
Hansruedi Heiniger trägt die Aescher Fahne mit
Die letzten sind da, es kann weitergehen
Der Fluhstein im Subinger Wald wurde von den Kindern sofort erobert
Leserwandern, 23. Etappe, Pfahlbauten-Tour für Familien
Das Heidenmoos mit den Keltengräbern
Pierre Harb und Christoph Lötscher erzählen Geschichtliches über die Keltengräber
Auf dem Weg zum Inkwilersee
Kurzer Halt am Inkwilersee
Pierre Harb und Christoph Lötscher erzählen Geschichtliches über die Pfahlbauer
Auch am Inkwilersee gab es Pfahlbauer
Der Chef der FDP-Kantonsratsfraktion Peter Hodel wanderte mit
Auch Kantonsrätin Marie-Theres Widmer ist vom Steinhof heruntergewandert
Kurze politische Diskussion am Rande
Schattenplätze waren begehrt
Familie Schwan wandert auch
Aescher unter sich
Es geht in die Nähe von Aeschi, Gemeindepräsident Stefan Berger hat die Fahne übernommen
Zwischen Inkwilersee und Bolken, zwei Fischreiher
Über die Neubaustrecke der Bahn 2000 in Bolken
Genau hier ist Gemeindegebiet Etziken, sagt Gemeindepräsident Bruno Meyer stolz
Weiter geht es Richtung Aeschi
Halt vor der Kirche in Aeschi
Ziel erreicht, letzte Erklärungen am Burgäschisee
Pierre Harb spricht nochmals über die Pfahlbauer, diesmal am Burgäschisee
Jürgen Hofer verabschiedet sich
Prost, das Abschlussapéro im Seeblick ist willkommen

Das Spezialfahrzeug, ein Toyota Sienna in dem beispielsweise die Hütchen für die Leserwanderer transportiert werden

Rahel Meier

Sie war flach, die 23. Etappe der Leserwanderungen, und wirkte auf den ersten Blick nicht allzu spektakulär. Die Route führte aber vorbei an einigen bedeutsamen historischen Stätten. Wanderleiter Jürgen Hofer freute sich, dass sich viele Interessierte beim Etappenstart einfanden. «Der Name ist hier Programm», erklärte er den Auswärtigen und machte auf das viele Grundwasser, die Bäche und die beiden Seen im Wasseramt aufmerksam. Von Subingen aus ging es über die Oesch Richtung Wald.

Unterwegs stiessen Kantonsarchäologe Pierre Harb und Christoph Lötscher (Kantonsarchäologie, Fachbereich Ur- und Frühgeschichte) zur Wandergruppe. Beim Fluhstein, einem grossen Findling, wurde Halt gemacht. «Diesen Stein habe ich noch nie gesehen», meinte mehr als einer der mitwandernden Wasserämter erstaunt.

Der älteste Friedhof im Kanton

Weiter ging es zum «Erdbeereinschlag», der so heisst, weil dort längere Zeit eine Erdbeerzucht war. Der Flurname ist aber «Heidenmoos» und weist auf die Keltengräber hin, die sich dort befinden. Rund 20 Grabhügel aus der älteren Eisenzeit sind es. Es sei der einzige noch existierende keltische Friedhof in der Schweiz, wie Harb und Lötscher mehrmals betonten. Auch hier gab es für die Einheimischen spannende Details zu vernehmen. So wissen die Forscher heute, dass im Heidenmoos praktisch nur Frauen begraben wurden. Wieso das so ist, ist aber nicht bekannt.

Noch weiter zurück in der Zeit ging es danach beim Inkwilersee. Auf der kleinen Insel im See, die die Grenze zwischen den Kantonen Solothurn und Bern bildet, finden sich nämlich Pfahlbauten aus der späten Bronzezeit (1200 bis 800 vor Christus) und aus der Jungsteinzeit (4. Jahrtausend vor Christus). Speziell aufmerksam machte Lötscher auf den Fund eines Holzschwertes, das im Jahr 2007 von einem Taucher geborgen wurde. «Vermutlich ist es ein Spielzeugschwert.»

Unesco-Weltkulturerbe

Via Bolken, Etziken und Aeschi führte die Wanderung dann zum Burgäschisee. Wie der Inkwilersee gehört er zum Unesco-Weltkulturerbe mit 111 Pfahlbau-Fundstellen rund um die Alpen. Schwerpunkt der Besiedlung am Burgäschisee ist das 4. Jahrtausend vor Christus. In dieser Zeit gab es vier Dörfer am See: Zwei auf der Solothurner, zwei auf der Berner Seite.