Bellach

Kein Mist: Kies und Steine werden in Bellach recycelt

Das Recycling Center ist beim westlichen Dorfeingang bei der Bahnlinie geplant. (Illustration)

Das Recycling Center ist beim westlichen Dorfeingang bei der Bahnlinie geplant. (Illustration)

Flugblatt zum geplanten Marti Recycling Center sorgt für Unruhe. Gerüchte liessen verlauten, dass in dem geplanten Center auch der Solothurner Stadtmist bearbeitet wird. Entwarnung: Geplant ist, Kies und Steine mit Wasser zu waschen.

Die Firma Marti plant in Bellach ein Recycling Center. Schon seit einigen Monaten laufen die Arbeiten für den Gestaltungsplan. Zeit genug, um allerlei Gerüchte entstehen zu lassen, was denn in der Anlage alles recycliert werden könnte.

Immer wieder war in Bellach zu hören, im Recycling Center werde auch der Solothurner Stadtmist bearbeitet. Unlängst wurde gar ein Flugblatt mit dieser Aussage verteilt und dazu aufgerufen, an der Gemeinderatssitzung vom Dienstag beizuwohnen. Dies, damit «im Kampf gegen die Errichtung einer Bodensanierungsanlage» ein Zeichen gesetzt werden könne.

«Auf der Anlage kann man den Stadtmist nicht waschen»

Um es vorwegzunehmen: Es ist nicht geplant, im Marti Recycling Center den Solothurner Stadtmist zu reinigen. «Auf einer solchen Anlage kann man den Stadtmist nicht waschen. Sie bekäme vom Kanton auch gar nicht die erforderliche Betriebsbewilligung», erklärte am Dienstag im Gemeinderat Rolf Riechsteiner von dem mit der Planung beauftragten Ingenieurbüro in seinen Ausführungen zum Umweltverträglichkeitsbericht.

«In der Anlage werden Kies und Steine mit Wasser gewaschen. Nach diesem Vorgang erhält man wiederverwertbare Produkte», hielt Riechsteiner fest. Zurück bleibe Feinmaterial, der sogenannte Filterkuchen. Ein Teil dieses Materials kann laut Riechsteiner in der Zementproduktion weiterverwendet werden. «Materialien, bei denen die Grenzwerte überschritten wurden, gelangen dagegen in eine Spezialdeponie.»

«Am richtigen Ort»

Die Anlage, die beim westlichen Ortseingang zwischen Bielstrasse und Bahnlinie geplant ist, befände sich laut den raumplanerischen Vorabklärungen des Kantons «am richtigen Ort», sagte Riechsteiner. Wohngebiet werde nur wenig tangiert. Geplant sei ein einschichtiger Tagesbetrieb, Bahnfahrten zur Anlage könnten jedoch auch nachts erfolgen.

Angesichts der Brisanz des Themas wollten es die Gemeinderäte aber genau wissen, ob nicht doch eine Möglichkeit bestünde, dass in Bellach Stadtmist gewaschen wird. Auf Fragen von Beat Späti (FDP), Fritz Lehmann (SVP) und Felix Glatz-Böni (Grüne) erklärte Riechsteiner: «Das bis jetzt festgestellte Stadtmist-Material kann unmöglich nach Bellach kommen.» Es könne auch nicht die Firma Marti entscheiden, welche Materialien gewaschen werden dürfen. Dies werde in der Betriebsbewilligung definiert.

Das nächste Mal wird sich der Gemeinderat Anfang Juli mit der Anlage befassen. Dann sollte der Gestaltungsplan samt Umweltverträglichkeitsbericht vorliegen. Nach Abschluss der kantonalen Vorprüfung ist schliesslich im September eine öffentliche Orientierungsveranstaltung geplant. In den Monaten Oktober und November ist gemäss Terminfahrplan die Planauflage vorgesehen.

Probsts Appell an die Verfasser

Nicht ohne Folge blieb das Flugblatt für Gemeindepräsident Anton Probst (FDP), wie er erklärte. Seit Verbreitung des Flugblatts habe er mindestens dreimal massive Anschuldigungen hinnehmen müssen. Dabei sei ihm unterstellt worden, er wolle den Stadtmist nach Bellach holen. Deshalb appellierte Probst an die Verantwortung der Flugblattverfasser, sich an die Wahrheit zu halten.

Es sei mehr als fragwürdig, mit Unwahrheiten die Bevölkerung aufzuwiegeln. Im Flugblatt werde von Kampf gesprochen. Dies sei legitim. «Aber wir haben eigentlich in unserer Demokratie Mittel geschaffen, die einen Kampf vermeiden sollten», erklärte Probst.

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