Seit einem halben Jahr steht Zullwil unter Zwangsverwaltung des Kantons. Solothurn hat seine Position klar gemacht: Der Sachwalter wird erst wieder aus dem Schwarzbubenland abgezogen, wenn der Konflikt um die Gemeindeverwaltung gelöst ist. Nun besteht auch in dieser Angelegenheit Klarheit im 650-Einwohner-Ort.

Die Zullwiler wollen eine externe Verwaltung. Bei einer Umfrage sprachen sich 60 Prozent der Teilnehmenden dafür aus, die entsprechenden Arbeiten bei einer anderen Gemeinde erledigen zu lassen. Geht es nach dem Willen der Einwohner, verbleibt nicht einmal die Gemeindeschreiberei mit ihrem kleinen Pensum in Zullwil. Nur ein Fünftel der Umfrage-Teilnehmer (21 Prozent) kreuzte die Option einer Schreiberei im Ort an.

Am wenigsten Zustimmung erhielt die dritte Antwortemöglichkeit: Dass alle behördlichen Arbeiten bei Stellen in Zullwil erledigt werden. Die Option «Alles in Zullwil» erhielt lediglich 19 Prozent der Stimmen.

Gemeinde war führungslos

Der Sachwalter Michel Meier liess die Auswertung der Umfrage auf der Website der Gemeinde publizieren. Die Umfragebogen wurde in alle Haushalte verteilt, 119 nahmen teil. Damit habe weit mehr als ein Drittel der Haushalte ihre Meinung geäussert, hält Meier im Begleitschreiben fest. Das Resultat sei «sehr deutlich» ausgefallen. Er verstehe es als klaren Auftrag: Mit einer Partnergemeinde die komplette Auslagerung der Gemeindeverwaltung umsetzen.

Über das Geschäft können die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nochmals entscheiden. Die externe Schreiberei macht eine Änderung der Gemeindeordnung vonnöten. Diverse Kredite benötigen ebenso noch das Placet der Gemeindeversammlung.

Michel Meier wurde Mitte Mai vom Solothurner Regierungsrat als Sachwalter bestimmt. Der Jurist aus Olten übernahm mit seinem Mandat alle politischen Funktionen in Zullwil. Die Einwohnergemeinde war nach den Rücktritten von Gemeindepräsident Roger P. Hänggi und den Gemeinderäten Manuel Kohler und Silver Hänggi beschluss- und handlungsfähig.

Sachwalter Meier hat auch die Aufgabe, die Ersatzwahlen für den Rest der Amtsperiode 2017 bis 2021 aufzugleisen. Im Begleitschreiben zur Umfrage ruft er die Stimmberechtigten dazu auf, sich als Kandidatinnen und Kandidaten zu melden – bei den Ortsparteien, bei den Komitees oder aber direkt bei ihm. Der genaue Zeitplan für die Nachwahlen werde demnächst bekannt gegeben. (bwi)