Breitenbachs Kirchgemeindepräsident Kaspar Suter hat bereits kurz nach dem Farbanschlag auf die Fridolinskapelle in der Nacht auf den 20.September von verschiedenen Seiten Meldung erhalten, wer für die Tat verantwortlich ist.

Noch am selben Tag hätten sich die Vandalen - vier Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren - persönlich gemeldet. «Wir haben sie daraufhin zusammen mit der Polizei zum Gespräch ins Pfarrhaus eingeladen», berichtet Suter. Vor allem die Mütter hätten sich entschuldigt. 

Günstiger als gedacht

Rund 5000 Franken kostete es, die Schmierereien an der Fridolinskapelle zu beseitigen. Gerechnet worden war hingegen mit über dem Doppelten. «Es wurde ein neues Verfahren mit Trockeneis angewendet», erklärt Suter den Unterschied. Das Trockeneis wird bei ungefähr minus 60 Grad auf die Fassade gesprayt und löst die Farbpigmente auf. So verschwand auch die an der Kapelle angebrachte rote und blaue Sprühfarbe wieder.

Der finanzielle Schaden soll aber nicht an der Gemeinde hängen bleiben, deshalb wird auch die Anzeige gegen unbekannt nicht zurückgezogen. «Wir sind der Auffassung, dass die vier Jugendlichen für den Schaden aufkommen müssen», sagt Kaspar Suter. Dieser Schaden sei einfach «zu gross». Zudem wäre es ein falsches Signal, wenn die Gemeinde die Anzeige zurückziehen würde. «Hier ist eine Hemmschwelle überschritten worden», so Suter.

Von einem «Law-and-Order-Getue» will Gemeindepräsident Dieter Künzli jedoch nichts wissen. «Mir geht es nicht darum, die Jugendlichen zu bestrafen.» Er wolle niemanden kriminalisieren. Die jugendlichen Täter sollten einfach den Schaden wieder gut machen, einsichtig sein und etwas lernen. «Ich hoffe, dass es ein ‹Lehrblätz› ist», fügt Kaspar Suter an.

Kein Zusammenhang mit angeschwärzter Tür

Die Polizei bestätigt, dass sich die Jugendlichen «ziemlich bald» nach der Tat gestellt hätten. «Die Ermittlungen sind aber noch nicht ganz abgeschlossen», so Melanie Schmid, Mediensprecherin der Kantonspolizei Solothurn. 

Am selben Wochenende im September wurde die Türe der Kapelle mit einem Feuerzeug angeschwärzt. Dies geht nicht zu Lasten der bekannten Jugendlichen. «So wie die Spuren ausschauen, dürfte kein Zusammenhang mit den Sprayereien bestehen», sagt Schmid. «Die Türe wurde wohl schon vor dieser Tat angeschwärzt.» 

Ein Zusammenhang mit dem Verbrennen eines Evangelien-Buches im Innern der Kapelle wird gänzlich ausgeschlossen. «Hinter dieser Tat steckte eine andere Motivation», so Suter. Eine Spur zu diesen Tätern gebe es derzeit nicht. 

«Wir sind enttäuscht»: Kaspar Suter, Präsident der Kirchengemeinde, kann die Zerstörungswut nicht verstehen.

Die Berichterstattung von TeleM1 über den Vandalenakt. Suter, Präsident der Kirchgemeinde, konnte die Zerstörungswut nicht verstehen.