Derendingen
Kanton Solothurn stuft Derendinger Elsässli nicht als Altlast ein

Die Böden im Elsässli sind zwar verseucht, aber keine Altlast. Die Gemeinde Derendingen geht nun vor Verwaltungsgericht. «Das ist für uns nicht verhärttnismässig und deshalb schlucken wir dies so nicht», erklärt Gemeindepräsident Kuno Tschumi.

Rahel Meier
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Im Elsässli werden die Böden in den Gärten untersucht. Sie könnten mit Schwermetallen belastet sein. (Archiv)

Im Elsässli werden die Böden in den Gärten untersucht. Sie könnten mit Schwermetallen belastet sein. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Verloren auf der ganzen Linie. Derendingens Gemeindepräsident Kuno Tschumi hat keine Freude an der Verfügung in Sachen Elsässli. Nachdem er sich mit dem Anwalt beraten hat, den die Gemeinde zugezogen hat, ist nun klar, dass die Verfügung vor Verwaltungsgericht angefochten wird.

Verfahren splitten

Der Gemeinde Derendingen gehören selbst einige Grundstücke im Elsässli. Darum wurde ein Leitverfahren mit Derendingen durchgeführt. «Wir wollten das Verfahren splitten», erklärte Gemeindepräsident Kuno Tschumi gestern. Zuerst sollte die Frage geklärt werden, ob die Böden im Elsässli, die mit polyzyklischen aromatischen Kohlenstoffen (PAK) belasteten sind, als Altlast eingestuft werden können. Zudem sollte auf den Erlass dieser Verfügung verzichtet werden, bis die Frage der Altlast geklärt ist. Der Kanton ist aber nicht darauf eingegangen und hat verfügt.

In einem elfseitigen Schreiben stellt sich das Bau- und Justizdepartement klar auf den Standpunkt, dass die belasteten Böden keine Altlast im Sinne der Altlastenverordnung sei. Die Kosten für die Entsorgung können demzufolge auch nicht über den Altlastenfonds des Kantons geregelt werden. Da die Altlast bestritten wird, wird gleichzeitig verfügt, dass die Grundstücke im Elsässli im Grundbuch mit dem Vermerk «Bodenbelastung gemäss eidgenössischer Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) versehen werden.

Auch das Amt für Umwelt muss die Grundstücke als Bodenbelastungsgebiet vermerken. Denn die Belastung mit PAK übersteige in allen untersuchten Grundstücken den Prüfwert, teilweise auch den Sanierungswert. Dasselbe lasse sich für die Schwermetalle Blei und Zink sagen.

In der Verfügung wird festgestellt, dass regelmässiger Aufenthalt und Spielen mit unmittelbarem Körperkontakt zum Boden, zu einer Gesundheitsgefährdung für Kinder bis 12 Jahren führen kann. Trotzdem besteht, keine Sanierungspflicht für die Gärten. «Das ist für uns nicht verhärttnismässig und deshalb schlucken wir dies so nicht», erklärt Tschumi.