Egerkingen
Kanton Solothurn erteilt Pro Integral eine Absage

Die Stiftung Pro Integral will in der ehemaligen Klinik Fridau in Egerkingen ein Zentrum für Personen für Menschen mit einer Hirnverletzung einrichten. Der Kanton Solothurn sieht jedoch keinen Bedarf.

Alois Winiger
Merken
Drucken
Teilen

HR Aeschbacher

Anfangs dieses Jahres hat die Stiftung beim Amt für soziale Sicherheit des Kantons Solothurn um eine Betriebsbewilligung für den Betrieb eines Pflege-, Wohn- und Beschäftigungszentrums mit 50 Plätzen in der ehemaligen psychiatrischen Klinik Fridau ersucht. Das Amt hat daraufhin zusätzliche Informationen verlangt und diese auch fristgerecht erhalten – inklusive einem neuem Gesuch.

Im Verlauf des Monats September, so kündigte ASO-Chef Marcel Chatelain damals an, sei ein Entscheid zu erwarten. Das ist nun geschehen, wie Chatelain gestern auf Nachfrage bestätigte: «Wir haben die Verfügung erlassen, wonach die Voraussetzungen für einen Betrieb nicht gegeben sind.» Weder der Bedarf, noch der Nachweis für die Wirtschaftlichkeit und die Gewähr für die Betreuung seien erbracht worden.

Es kann nur eines geben

Das ASO sei zur Überzeugung gelangt, dass im Mittelland der Bedarf an zwei Hirnzentren nicht gegeben sei, begründet Chatelain. «Im Kanton Solothurn rechnen wir mit einem Bedarf von 15 bis 20 Plätzen.» In diesem Bereich ist bereits das Solothurnische Zentrum Oberwald tätig, das jüngst diesbezüglich die Aussenwohngruppe Ambassador in Zuchwil eröffnet hat. Für Pro Integral ist diese Verfügung kein Grund, um aufzugeben. Vielmehr hat die Institution dagegen Beschwerde erhoben beim Solothurner Verwaltungsgericht. Eine Stellungnahme vonseiten Pro Integral war gestern nicht zu erhalten.

Wer ist Pro Integral?

Die Marke vereint unter demselben Namen drei Organisationen: Stiftung, Gönnervereinigung Pflegezentrum AG. Ihr gemeinsames Ziel: Insbesondere jungen Menschen mit einer Hirnverletzung höchstmögliche Lebensqualität zu bieten. Um dies zu realisieren, braucht die Stiftung Raum. In Roggwil soll dafür ein Zentrum mit 70 Plätzen für Pflege, Wohnen und Beschäftigen sowie Verwaltung gebaut werden. Doch diese Pläne sind seit längerem blockiert, einerseits wegen einer Beschwerde, anderseits, weil es mit dem Landkauf nicht klappen will.

Ernsthafte Kaufabsichten

Nun sind auch die Pläne in Egerkingen blockiert. Pro Integral möchte die Anlage oberhalb Egerkingen dem Kanton Solothurn abkaufen, steckt nun aber quasi in einer Sackgasse, denn: ohne Betriebsbewilligung keine Verkaufsverhandlungen. Für Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli ist klar: «Erst wenn Pro Integral eine Betriebsbewilligung vorlegt, können wir über den Verkauf verhandeln», sagt er. Die Chancen wären weiterhin intakt, denn laut Bernhard Mäusli gebe es derzeit keine weiteren ernsthaften Interessenten.