Rüttenenstrasse
Kanton öffnet Strasse zwischen Rüttenen und Lagendorf schon früher

Nach Protesten von Anwohnern und Ladenbesitzern wird die Sperrung der Rüttenenstrasse per Ende Oktober aufgehoben. Ursprünglich wollte der Kanton die Verbindung bis Ende Jahr geschlossen haben.

Christof Ramser
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Setzen sich für die Öffnung ein: Remo Meier (l.) und Andreas Gasche.

Setzen sich für die Öffnung ein: Remo Meier (l.) und Andreas Gasche.

Hanspeter Bärtschi

Die Mitglieder des Gewerbevereins aus Langendorf, Oberdorf und Rüttenen feiern es als veritablen Erfolg: Nachdem sie beim Amt für Verkehr und Tiefbau AVT protestiert hatten, hebt dieses die Sperrung der Rüttenenstrasse per Ende Oktober auf. Ursprünglich hatte der Kanton beschlossen, die direkte Verbindung zwischen Rüttenen und Langendorf aufgrund der Sanierung bis Ende Jahr zu kappen. «Damit wollten wir das Quartier schützen», sagt Projektleiter Philippe Moll vom AVT. Das Gegenteil passierte: Viele Autofahrer setzten sich über das Fahrverbot hinweg und fuhren stattdessen durch die Quartierstrassen, oft erst noch viel zu schnell. «Diverse Quartierbewohner haben uns angerufen und sich über den Fluchtverkehr beklagt», sagt Moll.

Tempo 30 für mehr Sicherheit

Doch auch die Langendörfer Gewerbler klagten über schwindende Kundenfrequenz. «Der Weg für zahlreiche Kunden aus Niederwil und Rüttenen nach Langendorf war abgeschnitten», so Andreas Gasche, Geschäftsführer des kantonalen Gewerbeverbands und Sekretär von Gewerbe Puls. Gespürt hätten das nicht nur die Grossverteiler, sondern auch Kleinbetriebe im oberen Dorfteil, darunter die Käserei, die Metzgerei, die Bäckerei oder der Blumenladen. «Grundsätzlich», so Gasche, «hätte es diese Sperrung wohl gar nicht gebraucht.»

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Hanspeter Bärtschi

Immerhin räumen die Gewerbler ein, «die Tragweite der Schliessung falsch eingeschätzt» zu haben, so Remo Meier von der Metzgerei Fischer. Dass sie die Mitsprachemöglichkeit nicht rechtzeitig wahrgenommen hätten, sei sein «persönliches Versäumnis, jenes des Gewerbevereins und nicht zuletzt der Gemeindevertreter». So sei man quasi zum Bittsteller beim AVT geworden – umso mehr schätze man dessen Entgegenkommen.

Verschärft wurde die Lage zusätzlich, weil auch die Steingrubenstrasse bis Ende Jahr saniert wird. Damit ist auch die Alternativroute für Rüttener durch die Stadt nach Langendorf nur eingeschränkt befahrbar. Weil zudem die Gemeinde beschlossen hat, eine Kanalisation einzubauen, verlängert sich die Bauzeit bis mindestens Mai 2013. Um die Situation zu entschärfen, führt der Kanton flankierende Massnahmen ein.

So wird ab 15. Oktober auf der Rüttenenstrasse zwischen der Einmündung Weissensteinstrasse in Langendorf bis zur Steinsäge Tempo 30 eingeführt. Die Massnahme wurde gestern im Amtsblatt publiziert. Davon betroffen sind auch diverse Quartierstrassen. Allerdings wird die Temporeduktion begrenzt auf das Gebiet, in dem gerade gebaut wird, so Philippe Moll. Ende Oktober werde dies im Gebiet Steingrube der Fall sein. Und: Im Winter wird auf der Strasse ein Deckbelag eingezogen, damit diese geöffnet bleibt.

Gut für den Umsatz

Die Temporeduktion gilt vorerst bis Ende Jahr, soll aber bis zum nächsten Mai weitergeführt werden. Dadurch soll der Verkehr laut Moll sicherer werden. Zusätzlich werden Ampeln den Verkehr regeln. Wer aus dem Quartier einbiegt, muss die Ampelphase selbst einschätzen und fährt auf eigenes Risiko in die Kantonsstrasse. Klar ist zudem: Die Polizei wird die Situation vor Ort verstärkt kontrollieren.

Philippe Moll ist überzeugt, dass sich dank diesen Massnahmen die Situation entspannt. «Wir kommen den Gewerbetreibenden entgegen.» Diese sind zufrieden. Remo Meier: «Um in der Metzgersprache zu bleiben: Das Ampelsystem ist immerhin ein Tropfen Blut, um die Einkaufsgewohnheiten in ganz Langendorf aufrecht zu erhalten.»

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