Nachdem das Open Air Bellach am 29. Juli aufgrund des schlechten Wetters verschoben worden war, spielten vergangenen Samstag regionale Schüler- und Jugendbands bei bewölktem Himmel auf dem Schulhausplatz Kaselfeld in Bellach.

Der Traditionsanlass fand zum achten Mal statt, das sechste Mal unter Organisator Andreas Tiersbier von der Jugendarbeit Bellach. «Das Open Air bietet jungen regionalen Musikbands eine professionelle Plattform, auf der sie ihre musikalischen Talente einem jüngeren Publikum präsentieren können», erklärt der Veranstalter.

In Zusammenarbeit mit rund 20 Schülern einer zweiten Klasse der Oberstufe Bellach und mithilfe von Bjarne Friis, der mit seinem Team für die Technik zuständig war, kam der Abend zustande.

Die Schülerin Celine Betgen berichtete: «Am Freitag haben wir geholfen, die Bühne aufzubauen und heute wurden noch die Tische hingestellt.» In rund fünf Lektionen besprach und organisierte Tiersbier mit der Klasse und Klassenlehrer Markus Pfiffner den Anlass.

Die Schüler übernahmen Werbung, Kasse, Bar und Buffet. Sie dürfen sich nun über einen Beitrag in die Klassenkasse freuen. «Das Klassenprojekt ist eine Möglichkeit für die Schüler eigene Ideen einzubringen oder Bands vorzuschlagen», so Tiersbier.

Posthardcore-Musik überzeugt

Den Beginn macht «Sound Pilgrimms», gefolgt von «Screw Gravity» und «Blue Berrels». Adrian Aellig aus Nidau ist Fan von «Grooving the night away», einem der Hauptacts. Es ist das zweite Mal, dass er der Bieler Band hinterher reist. Kürzlich habe es einige Wechsel in der Band gegeben, weiss er. Bereits das zweite Mal, nach dem vergangenen Jahr, ist er Besucher am Open Air in Bellach.

«Es ist schade, kommen nur so wenig Leute», bedauert er. Den zweiten Hauptact an diesem Abend bestreitet «A city beyond the ocean», vormals «Across the ocean». Die Band überzeugt mit ihrer Posthardcore-Musik. «Bjarne Friis hat uns bei Studioaufnahmen angefragt», so Gitarrist Pierre Michelle. Man mache hier ein wenig Kulturförderung, erklärt das Gründungsmitglied der Band, die 2010 ihren Anfang fand.

Bereits vergangenes Jahr sei man unplugged am Open Air Bellach aufgetreten, allerdings nur zu dritt. Die einheimische Band «Hurricanes» heizt als letzte Band des Abends noch einmal so richtig ein. Sie treten trotz angeschlagener Stimme des Sängers auf. Bis Mitternacht sorgt – ebenfalls aus der Region – DJ Madness für Stimmung.

Neues Konzept fürs nächste Jahr?

Am Open Air werden keine alkoholischen Getränke verkauft. «Wir haben es immer friedlich, auch dank des Alkoholverbots», betont Tiersbier. Bei einem Anlass für Schüler, hauptsächlich 10- bis 16-Jährige, dürfe Alkohol kein Thema sein. Sonst gebe es nur Probleme und man müsste mit zusätzlichen Ausgaben für die Sicherheit rechnen, meint der Organisator.

Obwohl die Jugendförderung des Kanton Solothurn, «Kebab plus» sowie private Sponsoren das Open Air unterstützen, werden die Kosten kaum gedeckt. In den letzten beiden Jahren seien einfach weniger Leute gekommen, meint Tiersbier. «Regionale Bands bringen ihre Leute mit, doch das hält leider nicht stand.» Die Höhe der Gage für die Bands stehe leider zunehmend im Vordergrund.

Ein Konzeptwechsel werde deshalb in Betracht gezogen, beispielsweise einen Band-Contest. Das würde aber bedeuten, dass sich die Bands selber anmelden sollten und zudem müsste ein attraktiver Preis in Aussicht stehen. «Wenn beispielsweise zwei Tage im Aufnahmestudio als Preis winken würden, wären sicher mehr Bands mit dabei, die sonst nicht für ein Konzert zu gewinnen wären», so Tiersbier.