An einem Spitzenabend waren bis zu 50 Jugendliche im Jugendtreff, aber ab Frühling 2012 wurde ein massiver Besucherrückgang festgestellt. Ende Juni 2012 stand dann fest, dass die meisten Jugendlichen das Leitungsteam verlassen werden. Statt wie bisher 17 Jugendliche waren es plötzlich nur noch deren vier.

«Damit kann der Betrieb nicht mehr in der bisherigen Form aufrechterhalten werden», so Richner weiter. Denn bisher war es so, dass jeweils zwei Jugendliche aus dem Leitungsteam die Aufsicht vor Ort hatten.

Eine erwachsene Person – meist ein Mitglied der Jugendkommission – stand auf Pikett und war bei Schwierigkeiten telefonisch erreichbar. Während der Sommerferien wurde der Jugendtreff nun geschlossen. Er soll nach den Herbstferien mit einem neuen Leitungsmodell wieder eröffnet werden.

Altersdifferenz macht Probleme

Die fünfköpfige Jugendkommission hat letzte Woche in Zusammenarbeit mit der Jugendförderung Kanton Solothurn einen Workshop durchgeführt. «Wir müssen herausfinden, wie es weitergehen soll», erklärt Ueli Richner. «Wir haben beispielsweise festgestellt, dass wir bei allen Bemühungen als Kommissionsmitglieder altersmässig zu weit weg sind von den Jugendlichen.»

Ideal wäre, so Richner, ein Modell mit einer Leitungsperson im Alter zwischen 20 und 25 Jahren. Diese Person, es können auch mehrere sein, sollte während der Öffnungszeiten des Jugendtreffs anwesend sein. «So würde die Leitung regelmässig in Kontakt stehen mit den Jugendlichen.»

Dazu komme, dass es dieser Person möglicherweise aufgrund der kleineren Altersdifferenz einfacher falle, Kontakte zu Jugendlichen aufzubauen und sie zum Mitmachen im Leitungsteam zu motivieren. Die Anzahl der Mitglieder im Leitungsteam könnte ebenfalls verkleinert werden.

Kleine Entschädigung

Bisher war der Jugendtreff am Mittwochnachmittag und am Freitag- und Samstagabend geöffnet. Eine Reduktion der Öffnungszeiten ist für die Juko durchaus denkbar. Die erwachsene Leitungsperson würde für ihre Arbeit eine Spesenvergütung – ähnlich wie ein Sitzungsgeld – erhalten.

Damit könnten die Kosten auch im Rahmen gehalten werden. Zielgruppe für solche Leitungspersonen könnten junge Erwachsene sein, die am Studieren sind – im Idealfall Soziokulturelle Animation oder Pädagogik. Interessant wären sicher auch junge Erwachsene, die Erfahrungen aus einem Sportverein oder einen Jugendverband mitbringen.

Professionelle Jugendarbeit?

Parallel und mittelfristig soll aber auf das Modell professionelle Jugendarbeit hingearbeitet werden. «Wir werden abklären, wie das funktionieren könnte, und das weitere Vorgehen mit dem Gemeinderat klären. Bei der Erarbeitung eines Konzeptes und eines Budgets können wir mit der kantonalen Jugendförderung zusammenarbeiten», meint Gemeinderat und Ressortleiter Stephan Oberli.

«Die Jugendkommission hat den klaren Willen, den Jugendraum wieder zu öffnen», so Oberli. In der Jugendarbeit gebe es immer wieder Probleme, weil es Jahre gebe, in denen die Jugendlichen interessiert seien. Später gebe es wieder Jahre, in denen das Interesse gering sei. Die Jugendkommission habe weitere Projekte zurückgestellt. So werde überlegt, dass sich die Gemeinde am Projekt MidnightSports beteiligen könnte.

Interessierte, welche die Leitung des Jugendtreffs übernehmen möchten, melden sich unter 079 839 65 45 oder per E-Mail: ueli.richner@sunrise.ch