Die rund zehn Jugendlichen betreiben in Biberist einen Internet-Fernsehsender. Das Konzept: Fernsehen von Jugendlichen für Jugendliche. «Wir sind die Einzigen in der Umgebung, die Fernsehen in dieser Art betreiben», so Lars Hummel, Moderator und Administrator bei SY-TV. Tatsächlich ist SY-TV ein reiner Jugendsender, der übers Internet ausgestrahlt wird. Die Betreiber sind alle zwischen 15 und 17 Jahren jung.

Ein Fernsehen von Jugendlichen für Jugendliche

Ein Fernsehen von Jugendlichen für Jugendliche

Nur Thomas Marti, Informatiker, ist bereits 21. Seinem Beruf entsprechend ist er beim TV-Sender für Hard- und Software zuständig. «Bei den anderen Jugendsendern sind Erwachsene involviert. Wir möchten das aber nicht», sagt Christoph Marti, Gründer von SY-TV.

Preisgeld ins Equipment investiert

Trotzdem kommt der Sender nicht ganz ohne Hilfe von Erwachsenen aus. Denn der Grossteil der jungen Fernsehmacher besucht noch die Schule oder ist in der Lehre. Das Equipment für den Fernsehsender übersteigt jedoch den Lehrlingslohn. «Da helfen bisher die Eltern mit, wir suchen aber Sponsoren», erklären die Jungs. Es gehe ihnen nicht darum, am Sender zu verdienen. «Aber es wäre super, wenn wir die Kosten decken könnten», so Christoph Marti. Was mit dem Konzept des reinen Jugendsenders in einigen Jahren geschieht, wenn das Team aus jungen Erwachsenen besteht, lasse man noch offen.

Bei der Kostendeckung kam den Jugendlichen ihr bisher grösster Erfolg gelegen. Im November hat das Fernsehteam den ersten Preis des Jugendprojektwettbewerbs der Jugendförderung Solothurn gewonnen, der ein Preisgeld von 4000 Franken umfasste (wir berichteten). Und dies, obwohl SY-TV seine Premiere erst diesen Frühling gefeiert hat. «Die erste Sendung wurde am 8. April 2011 ausgestrahlt», erzählt Christoph Marti, der eigens in der Sendung «myZambo» des Schweizer Fernsehens Werbung gemacht hat für seinen Sender. Den Fernsehmoderator Nik Hartmann («SF bi de Lüt»), der damals ebenfalls zu Gast war, konnte er daraufhin sogar für ein Werbevideo einspannen.

Seit April wird jeden zweiten Freitag ein rund halbstündiger Beitrag gesendet, bei dem es sich meistens um ein Interview oder eine Event-Berichterstattung handelt. «Wir möchten nächstes Jahr aber vermehrt Livesendungen einbauen», sagt Lukas Lohm, Moderator und Redaktor. Das Ziel sei es, das Programm interaktiver zu gestalten, beispielsweise, in dem man per Skype direkt ins Studio anrufen könne, führt Marti aus. Zudem werde an einem neuen Logo gearbeitet, das Konzept der Sendungen wolle man attraktiver gestalten und das zweite Studio in Luzern soll vermehrt genutzt werden, wie Lars erklärt. Es läuft also alles auf eine grössere Präsenz und mehr Zuschauer hinaus.

Redaktion ist unterbesetzt

An Ideen mangelt es den Jugendlichen nicht. Die freiwillige Arbeit für den Fernsehsender sei zeitintensiv, das bestätigen alle. «Es braucht eigentlich zu viel Zeit», sagt Christoph Marti. Dennoch ist eine sehr grosse Begeisterung zu spüren. «Es macht grossen Spass», bestätigt Joel den Eindruck. Der Spassfaktor sei die eigentliche Motivation dafür, so viel Zeit in ihr Hobby zu investieren, wie die Gruppe bestätigt.

Das Team von SY-TV ist zurzeit noch auf der Suche nach weiteren Teammitgliedern. «Wir suchen vor allem Leute, die neue Ideen haben und gerne schreiben», so Christoph. Denn in der Redaktion sei man derzeit etwas unterbesetzt.