Selzach
«Johannita, mach mir eine passende Frisur»

Die Vorbereitungen zur Sommeroper mit «Hoffmanns Erzählungen» laufen auf Hochtouren - auch in der Maske. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen und die Akteure in intimem Umfeld erwischt.

Fränzi Rütti-Saner
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Die Vorbereitungen zur Selzacher Sommeroper «Hoffmanns Erzählungen» laufen
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Die Chormitglieder erhalten Frisuren im Stil der 20er Jahre.
Jonas' Haare werden mit dem Kamm bearbeitet.
Wie die Frisuren aussehen sollen, ist auf einem Blatt festgehalten.
Die Perrücken werden auf Büsten aufbewahrt.
Auf der Bühne wird eifrig geprobt.

Die Vorbereitungen zur Selzacher Sommeroper «Hoffmanns Erzählungen» laufen

Hanspeter Bärtschi

Viel Betrieb herrscht in diesen Tagen im Selzacher Festspielhaus. Da hört man es hämmern und zimmern. singen und musizieren, Anweisungen werden gerufen, es wird aber auch gelacht und gescherzt. Denn nur noch wenige Tage bleiben, bis sich der Vorhang der diesjährigen Sommeroper hebt. Am Donnerstag, den 2. August ist es so weit: «Hoffmanns Erzählungen» von Jacques Offenbach, allerdings in «einer Selzacher Version», wie Regisseur Thomas Dietrich verrät, wird zu sehen sein.

Doch uns interessiert es mal, in der Maske vorbeizuschauen. Den Chormitgliedern werden die richtigen Frisuren für die Aufführungen verpasst. «Es sollen Frisuren aus der Epoche der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts sein», sagt Johannita Mutter, die bekannte Maskenbildnerin aus dem Wallis. Sie kennt den einen oder anderen «Kandidaten», der auf ihrem Stuhl Platz nimmt, schon von früher. In Selzach seien die Sänger immer sehr gerne bereit, ihre normale Frisur verändern zu lassen, ist zu hören. «Auch die Männer haben keine Probleme, sich Bärte zu schneiden oder auch wachsen zu lassen für die Aufführungen», loben die Maskenbilderinnen. Nur bei Chormitglied Jonas runzelt die Coiffeuse die Stirn. Entgegen den Abmachungen ging er noch vor zwei Wochen selbst zum Friseur und hat sich raspelkurze Haare schneiden lassen. Doch auch hier gibts schlussendlich eine Lösung: eine milimeterdicke Gel-Schicht.

Derweil im Bühnenraum des Festspielhauses Regisseur Thomas Dietrich eine Szene aus dem zweiten Akt probt. In der Pause nimmt er sich rasch Zeit, ein paar Fragen zu beantworten. «Jetzt geht es darum, das Zusammenspiel der Sänger auszufeilen», sagt der gebürtige Hannover. Er ist schon seit 2005 als Regisseur in Selzach mit dabei. «Es ist jedes Mal eine super Truppe hier. Auch die vier Neuen haben sich sofort ins Team eingegliedert», schwärmt er. Natürlich sind alle jetzt noch angespannter, denn das Premierendatum rückt näher und näher.

Eine Selzacher Fassung

Dietrich freut sich besonders über die diesjährige Stückwahl. «Hoffmanns Erzählungen ist Volkstheater im besten Sinn. Ein Stück, das Spass macht. Und wir haben für unsere Zuschauer noch ein paar Überraschungen eingebaut». Dietrich schmunzelt vielsagend. Er lobt den Selzacher Teamgeist, der auf jeden überspringt, der bei der Sommeroper mitarbeitet. Anne-Florence Marbot und Michael Gniffke proben derweil nochmals ihr Liebesduett; das Team von Bühnenbildner Oski Fluri streicht Kulissen und stellt Requisiten auf die Bühne.
Aufführungsdaten und Vorverkauf: www.sommeroper.ch