Für die Pächter des Mülibaches ist es ein Grund zur Freude: Gut vier Monate, nachdem ein Bauer aus Mühledorf grob fahrlässig Unkrautvertilger in den Mülibach geleert und damit eine tödliche Giftwelle ausgelöst hat, kehrt dort neues Leben ein. Auf einer Länge von 5 Kilometern wurde damals sämtliches Leben dahingerafft, darunter Tausende Fische und die seltenen Dohlenkrebse. Immerhin hatten im Haslibach, einem Seitenarm des Mülibachs, einige Brütlinge überlebt.

Bereits in den Sommermonaten hatten sich wieder Kleinlebewesen im idyllischen Bach breitgemacht. Gestern haben die Pächter Urs Lüthi und Hermann Sahli nun 2000 Fische, vor allem Bachforellen, aber auch Groppen, ausgesetzt. Sie haben die Tiere in der Fischzucht Motzet in Wynau gekauft. Lüthi gerät ins Schwärmen ob der Verhältnisse in diesem Betrieb. «Die Fische schwimmen dort quasi in frischem Quellwasser, das man bedenkenlos trinken könnte.»

An 15 Stellen ausgesetzt

In der Zwischenzeit strömt auch das Wasser im Mülibach wieder nahezu quellfrisch. Den Fischen scheint die neue Umgebung jedenfalls zu behagen. Kaum hat Urs Lüthi das Plastikbecken über dem Wasser ausgekippt, schwimmen die Forellen davon und suchen sich ihre natürlichen Unterschlupfe. An rund 15 Stellen haben die Pächter die Fische ausgesetzt, damit sie sich im ganzen Bachlauf verteilen können. «Bei klarem Wetter können die Fische an offenen Stellen beobachtet werden, wie sie die Strahlen der Herbstsonne geniessen», freut sich Lüthi.

Noch sind die Fischlein allerdings klein: zwischen 5 und 15 Zentimeter lang. Erst wenn sie 25 Zentimeter lang sind, gehen die Pächter mit der Angel zu Werke. «Vorgeschrieben sind 23 Zentimeter», so Hermann Sahli. Der grösste Fang für die Pächter war eine 50 Zentimeter lange Forelle. «Das ist aber eine Seltenheit.»

Kanton ist daran interessiert

Die Pächter haben eng mit dem kantonalen Amt für Fischerei zusammengearbeitet. «Der Kanton hatte nach der Vergiftung ein Interesse, dass sobald wie möglich wieder Leben einkehrt», so Lüthi. So hat der Kanton die neuen Fische auch bezahlt - schliesslich sind diese ein öffentliches Gut.

Bereits im Juni 2011 waren im Bucheggberger Gewässer Hunderte Fische verendet. Damals fand man den Grund nicht heraus. Mögliche Ursachen gab es viele: Gülle, Pestizide oder Farben, die ins Wasser gelangen. Viele wissen nicht, dass abfliessendes Wasser (oder Chemikalien) zumeist ungefiltert in Bäche oder Seen gelangen. Nun hoffen die Pächter, dass das Biotop Mülibach bald wieder sein natürliches Gleichgewicht findet.