Gewiss – bequem ist es und so was von einfach, zu Hause auf dem Sofa zu liegen und sich via Internet etwas Schönes zusenden zu lassen. Aber bestimmt nicht so spannend, wie wenn man es in natura vor sich hat. So wie bei der Ausstellung in&out, die noch am Sonntag in der Westhalle Parkhotel Langenthal zu sehen ist. Es ist eine wegweisende Trend- und Verkaufsausstellung für Schweizer Design.

Die Vielfalt ist enorm, was die knapp einhundert einheimischen Ausstellerinnen und Aussteller an Mode, Möbel, Keramik, Papeterie, Schmuck und Accessoires zu bieten haben. In der Regel sind, da nur kleine Unternehmen vertreten sind, jene Personen am Stand anzutreffen, die das angebotene Produkt nicht nur entworfen haben, sondern es auch selber herstellen. Sie schätzen es sehr, mit den Leuten in Kontakt zu kommen – auch wenn daraus kein Geschäft wird. Man erfährt, welch langer Weg – und vielleicht Umweg – nötig war bis zum fertigen Produkt und welche Idee, welche Philosophie dahintersteckt.

Beispiele gefällig? An einem Brett hängen Wanduhren, darüber ist der Spruch zu lesen «Le temps passe vite.» Wer Kartoffelstock aus der Packung in die Pfanne gibt und nicht Kartoffeln durchs Passevite treibt, wird den Witz nicht verstehen. Oder: Der Schreiner hat ein Brett übrig, das er nicht mehr für den klassischen Möbelbau brauchen kann. Er belässt es in seiner rohen Form, schleift die Flächen, montiert vier Beine aus Metall dran und schon steht eine Sitzbank vor ihm.

Allgemein fällt auf, wie viel Wert die Hersteller auf hochwertige und natürliche Materialien legen. Oder wie sie längst aus der Mode gekommenen Gegenständen neues Leben einhauchen – up cycling und vintage sind im Trend. Die Qualität ist durchweg hoch. «Das ist ja auch unser Bestreben und Bedingung, wenn man bei uns mit dabei sein will», sagt Barbara Hürzeler. Sie und Maja Baumann organisieren die Messe in&out seit vielen Jahren – und wollen es auch weiterhin tun, wie Barbara Hürzeler versichert. «Denn diese Plattform ist sehr wichtig für das einheimische Design. Sie bringt den Anbietern nicht nur Kundschaft, sondern auch Inspiration, was überlebenswichtig ist.»

Und noch etwas zeichnet die Messe aus: Die Aussteller sind nicht in einzelnen Abteilen eingeschlossen, sondern die Angebote gehen ineinander über. Ein wohltuender Unterschied zu vielen anderen Verkaufsmessen. Denn durch diese Gestaltung entstehen Bilder, die man beim Rundgang aus verschiedenen Perspektiven geniessen kann. Offensichtlich weiss das Publikum dies zu schätzen, denn der Zustrom war bereits am ersten Tag der Ausstellung gross. Sie ist noch heute Sonntag von 10 bis 18 Uhr offen.