Messen
Ja zu neuer Turnhalle: Messen erhöht Steuern auf 140 Prozent

Grossaufmarsch in Messen: Die Gemeindeversammlung bewilligte gestern Abend den 5,25-Mio-Kredit für die neue Turnhalle. Damit steigt der Steuerfuss auf 140 Prozent.

Daniel Rohrbach
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Turnhalle Messen
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 Ein Blick in die neue Turnhalle. (zvg)
 So sehen die Architekten den künftigen Pausenplatz. (zvg)
 So sieht die Turnhalle heute aus. (fg)
 So sieht die Turnhalle heute aus. (fg)
 So sieht die Turnhalle heute aus. (fg)

Turnhalle Messen

Der Entscheid war deutlich: Mit 93 Ja gegen 48 Nein bei 12 Enthaltungen sprach sich am Donnerstag die Gemeindeversammlung von Messen für eine neue Turnhalle aus und bewilligte den dafür notwendigen Kredit von 5,25 Millionen Franken. Die bestehende, aus dem Jahr 1968 stammende Halle wird Richtung Norden erweitert und zur Zweifachsporthalle ausgebaut. Der Baubeginn ist für den Frühling 2013 geplant.

Bereits in ihren Begrüssungsworten machte Gemeindepräsidentin Marianne Meister den 171 Anwesenden - das sind knapp 16 Prozent aller Stimmberechtigten - deutlich, dass „diese grosse Investition" nur mit einem Steuerfuss von 140 Prozent zu verantworten sei. Dieser Logik folgend votierten 101 Stimmberechtigte für den Antrag des Gemeinderates, den Steuerfuss um 20 Prozentpunkte auf 140 Prozent zu erhöhen, 13 Stimmberechtigte stimmten dagegen.

Oberramserer fürchten um ihr Bauland

In der rund anderthalbstündigen Diskussion, die dem Hallenentscheid vorausging, sprach sich niemand ausdrücklich gegen eine neue Halle aus. Gegen die Halle argumentiert wurde vorab aus Gründen des Steuerfusses. Vorab Einwohner aus dem Ortsteil Oberramsern konnten sich mit 140 Prozent nicht anfreunden. Mit einem Steuerfuss von 140 Prozent sei das in Oberramsern brachliegende Bauland kaum an den Mann zu bringen, wurde argumentiert. Peter Heuberger etwa regte an, den Hallenbau zu verschieben. Der ehemalige Oberramserer Gemeindepräsident Adrian Wyss erklärte, dass das Bedürfnis nach einer Halle unbestritten sei. „Oberramsern aber wird bei dieser Ausgangslage nicht profitieren."

"Es geht um die Zukunft unserer Kinder"

Für Adrian Schluep, mehrere Jahre Ressortleiter Finanzen im Messener Gemeinderat, war die Argumentation mit dem Steuerfuss nicht stichhaltig. „Wir hatten auch schon Mitte der neunziger Jahre einen Steuerfuss von 140 Prozent und erlebten gerade in dieser Zeit den grössten Bevölkerungszuwachs." Daher, seine Folgerung, seien auch noch andere Faktoren für die Attraktivität eine Gemeinde wie Messen ausschlaggebend. Dahingehend argumentierte auch Philipp Schüpbach: „Hier geht es nicht nur um die Kosten, sondern auch um die Zukunft unserer Kinder.

Vizegemeindepräsident Bernhard Jöhr rechnete vor, dass Anpassungen am Steuerfuss so oder so nötig seien. Bei gleich bleibendem Steuerfuss hätte man nämlich auch ohne den Turnhallenneubau spätestens 2015 einen Bilanzfehlbetrag. Per 2012 müsste man den Steuerfuss auf 130 Prozent erhöhen, 2015 wären dann 135 Prozent nötig. Laut Finanzplan wird der Steuerfuss in Messen jetzt aber bis 2018 auf 140 Prozent bleiben. (drb)