Noch diesen Monat sollte das Bauernpaar auf dem Aareinseli zwischen Nennigkofen und Selzach die definitive Bewilligung für den Fährbetrieb erhalten. «Am 15. Dezember sollte es so weit sein», freut sich Simon Antener. Vorher werden die Anlegestellen und das Gefährt von der Motorfahrzeugkontrolle inspiziert. Läuft alles rund, dürfen sie dann nicht nur mehr Material, sondern auch Personen über die Aare transportieren. Die Theorieprüfung hat Simon Antener mittlerweile im Sack. «Ich bin noch einen Schritt weiter gegangen und habe das Brevet A gemacht. Seit diesem Monat kann ich auch grosse Motorboote fahren», sagt der «Fährimaa» stolz.

Küche einbauen

Die Betriebsbewilligung ist nötig, damit Anteners ihre Anlässe auf der Insel durchführen können: Hochzeits- und Geburtstagsfeiern, Vereins- und Firmenanlässe. Im Mai soll die Saison starten. Anteners haben Grosses vor. So wird die Scheune zu einem Gastroraum mit Küche umgebaut. «Wir wollen den bestehenden Milchviehstall als Gästeraum nutzen», sagt Antener. Neue Böden und eine moderne Küche werden eingebaut. Der Charakter des Stalls soll erhalten bleiben. Dass Anteners einen grossen Partyraum einrichten, sei bei den Kantonsbehörden aber nicht erwünscht. «50 Personen sollen darin Platz finden, nicht mehr als bisher.» Damit können die Feste, die seit 20 Jahren draussen unter dem Vordach gefeiert werden, künftig vor Wind geschützt stattfinden. «Das ist gemütlicher.» Dabei soll es bei einem Sommerbetrieb bleiben. «Im Winterhalbjahr ist das mit dem Nebel nicht so attraktiv», sagt Antener.

In der Küche wird Anteners Tochter Kathrin Menüs kochen. Sie ist gelernte Köchin und kann damit das bisherige Angebot – Grilladen, Apéro und Brunch – erweitern. In der bisherigen Bauernküche gehe das wegen der Lebensmittelvorschriften nicht.

Obst von eigener Plantage

Im neuen Gastroraum wollen die Inselibauern die Produkte von ihrem Landwirtschaftsbetrieb direkt vermarkten. Statt 12 Milchkühen wollen sie künftig noch 8 Mutterkühe halten. Dazu bauen sie einen neuen Stall. «So können wir in der Küche auch Beef anbieten», sagt Simon Antener. Der Bau des Stalls ist vordringlich, mit dem Bau des Gastroraumes müsse man wohl noch etwas warten, auch aus finanziellen Gründen. Im Frühling 2016 könnte er fertig sein.

Zudem wird auf einer Hektare Fläche eine Obstplantage gezogen. Die Früchte von Apfel-, Birn-, Zwetschgen- und Aprikosenbäumen sollen schon bald auf dem Inseli feilgeboten werden. Um die Plantage kümmert sich Anteners Sohn Adrian, der sich als gelernter Baumschulist nun zum Obstfachmann weiterbildet. Künftig wird die Familie Antener auf dem Inseli mit anpacken.