Ziel des Vernetzungsprojekts ist es, die bestehenden ökologischen Ausgleichsflächen miteinander zu verbinden und aufzuwerten, um die Artenvielfalt zu fördern. Für ihre ökologischen Leistungen werden die Bewirtschafter über die Öko-Qualitätsverordnung des Bundes (ÖQV) finanziell entschädigt. Nachdem im oberen und mittleren Leberberg sowie im Bucheggberg und im Wasseramt bereits entsprechende Projekte laufen, will die Repla nun auch im unteren Leberberg starten.

Gemeinden müssen zahlen

«Die Gemeinden müssen dahinterstehen», betonte Martin Huber von BSB & Partner, zuständig für den Bereich Landwirtschaft bei der Repla. Und sie müssen mitfinanzieren. Während ein Drittel der Planungskosten von der Repla übernommen würde, müssten die Gemeinden die restlichen Planungskosten sowie die Vollzugskosten bezahlen. Letztere könnten allerdings auch mit den Bewirtschaftern geteilt werden, denn sie sind es, die schliesslich finanziell profitieren. So kann damit gerechnet werden, dass die vom Bund ausgeschütteten Vernetzungsbeiträge für den gesamten unteren Leberberg rund 97000 Franken umfassen.

Für die Gemeinde Günsberg, die mit 246 Hektaren den grössten Anteil an landwirtschaftlicher Nutzfläche hat, ergäben sich folgende Zahlen: Die Repla würde rund 2600 Franken übernehmen, die Gemeinde müsste Planungskosten von 4300 Franken bezahlen und teilt sich allenfalls die jährlichen Vollzugskosten von rund 2200 Franken mit den Bewirtschaftern. Im Gegenzug könnten bei 10 Prozent vernetzten Ökoflächen rund 25000 Franken für die Günsberger Landbewirtschafter generiert werden. Auch in Kammersrohr, der Gemeinde mit dem kleinsten Anteil landwirtschaftlicher Nutzfläche (53 Hektaren), könnten laut Repla rund 5000 Franken generiert werden. Eine gute Voraussetzung sei ausserdem, «dass 18 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche im unteren Leberberg bereits Ökoflächen sind», so Huber.

Für Unmut sorgte allerdings, dass die Gemeinden erst sehr spät informiert wurden – erst nach den Bauern. Andreas Rüegger (Hubersdorf) kritisierte, dass die Gemeinden quasi zum Mitmachen gezwungen würden, und Hansrudolf Reber (Günsberg) unterstrich: «Die Bauern erwarten nun, dass man mitmacht.» Man hätte wohl eher ein politisches Problem, wenn man sich dagegen stellen würde, so die Gemeindepräsidenten. Dass die Repla schon im August eine Arbeitsgruppe bilden und zu planen beginnen möchte, war vielen ein weiterer Dorn im Auge. «Schliesslich können die Gemeindeversammlungen die Budgets erst im Dezember genehmigen», so Rüegger. Markus Schneider, Geschäftsführer der Repla, willigte daraufhin ein, erst nach dem Grundsatzentscheid der Gemeinden mit der Planung zu beginnen.

«Projekt kann nur nützlich sein»

Prinzipiell habe man kaum Bedenken gegen das Projekt. Die Gemeindepräsidenten räumten ein, dass es sich nicht um sehr grosse Beträge handle und hoben auch positive Aspekte hervor. «Wir verkaufen uns als ländliche Gemeinden mit grossem Naherholungsgebiet, da kann uns dieses Projekt nur nützlich sein», so Peter Kohler (Riedholz).

Im Weiteren haben die Gemeindepräsidenten die Überarbeitung der Statuten der gemeinsamen Schule Unterleberberg (GSU) besprochen. Nachdem alle Gemeinden ihre Änderungsvorschläge eingeben konnten, wird die beauftragte Consulting-Firma nun einen Vorschlag ausarbeiten. Dieser wird in den Gemeinderäten besprochen und im September erneut von den Gemeindepräsidenten thematisiert. Ziel ist es, die Statuten an den Rechnungsgemeindeversammlungen in einem Jahr genehmigen zu können.