Seit März 2013 unterstützt GemHelp GmbH die Gemeinde in Steuer- und Finanzfragen. «Wir wollen richtig aufräumen und sind auf gutem Weg», war sich der Gemeinderat an seiner letzten Sitzung einig.

Offenbar war in der bisherigen Rechnungslegung in Kriegstetten nicht alles transparent. Jedenfalls dankten Gemeindepräsident Manfred Küng und Finanzressortleiter Roger Gerber ausdrücklich für die klare Präsentation des Jahresergebnisses 2013, die der Rat durch Stephanie Ziegler (GemHelp) erfahren hatte.

An der bevorstehenden Rechnungsgemeinde am 12. Juni wird Gerber die inzwischen beseitigten Probleme darstellen und gerne zum Ausdruck bringen, dass «das Gnusch im Fadechörbli» weitgehend entwirrt sei.

Gemeindepräsident Manfred Küng (Mitte), hier bei der Vereidigung von Gemeinderäten, kann in seinem ersten Amtsjahr noch keine schwarzen Zahlen vorweisen.

Gemeindepräsident Manfred Küng (Mitte), hier bei der Vereidigung von Gemeinderäten, kann in seinem ersten Amtsjahr noch keine schwarzen Zahlen vorweisen.

Grössere Anstrengungen wird die Gemeinde im Mahnwesen gegenüber Steuerschuldnern entwickeln, die bislang etwas geschont wurden. «Wir machen keine Geschenke und die Restanzen werden aufgearbeitet», gab Küng die Richtung vor.

Eine Korrektur wird es auch bei den Spezialfinanzierungen geben. Während in der Abfallentsorgung wegen eines deutlichen und jahrelang mitgeschleppten Defizits die Gebühren angehoben werden sollten, dürfte bei Wasser und Abwasser mit einer Gebührensenkung zu rechnen sein.

Baulandverkauf half

Bei einem Gesamtaufwand von 6,2 Mio. schliesst die Rechnung mit einem Aufwandüberschuss von 111 000 Franken. Dass das Ergebnis nicht tiefrot ausfiel, verhinderte ein Baulandverkauf im Wert von mehr als einer halben Million Franken.

Ein Grund für den schlechteren Ertrag war schnell ermittelt: die Gemeindesteuern der juristischen Personen lagen wegen Wegzugs eines Unternehmens um 410 000 Franken unter dem Voranschlag.

Glücklicherweise haben die natürlichen Personen um 216 000 Franken mehr in die Steuerkasse einbezahlt. Erstmalig weist die Rechnung für gefährdete Steuerguthaben ein Delkredere von 234 000 Franken aus.

Die genaue Betrachtung der einzelnen Aufgabenbereiche zeigte gemäss neuer Übersicht «Nachkredite und Kreditkontrolle» keine wesentlichen Abweichungen, die nicht begründbar waren. Immerhin verfügt die Gemeinde neben allen beachtlichen Sachwerten über ein Eigenkapital von 1,7 Mio. Franken. Die «flüssigen Mittel» belaufen sich auf 943 000 Franken. Langfristige Schulden betragen 2,3 Mio. Franken.

Pensen erhöhen?

Roger Gerber hatte sich mit der Arbeitssituation in der Gemeindeverwaltung auseinandergesetzt. Denn die beiden Mitarbeiterinnen (total 140 Stellenprozente) kämpfen gegen eine ständige Überlastung angesichts komplexer und zunehmender Arbeiten.

Im Jahr 2011 war der Stellenetat nämlich von 180 auf 140 Prozent zurückgestuft worden. «So ist die Stellvertretung nicht gesichert, und krank darf auch niemand werden», betonte Thomas Affolter.

Die Gemeinde sei ein Dienstleistungsbetrieb für die Bevölkerung, und das Auslagern gewisser Aufgaben wäre wenig sinnvoll, ergänzte er. Gegenwärtig behilft sich die Verwaltung mit zwei Teilzeitkräften, die stundenweise den Schalterdienst übernehmen.

Gerber hatte mehrere Varianten entwickelt, wie der personelle Notstand behoben werden könnte. Grundsätzlich sprach sich der Rat für die Erhaltung des Service public aus. Dies würde aber bedingen, eine Angestellte zu 20 Prozent mit Einwohnerkontrolle, Schalterdienst und einfacheren Aufgaben zu betrauen.

Der Rat beauftragte Simon Wiedmer, einen Antrag vorzubereiten. Denn eine Stellenaufstockung muss in der Dienst- und Gehaltsordnung durch die Gemeindeversammlung genehmigt werden.

Angetippt wurde auch die Schaffung einer Lehrstelle gemeinsam mit anderen Gemeindeverwaltungen. Doch es dauere länger, bis Auszubildende so fit in der Materie wären, um eine echte Entlastung zu bieten, warnte Küng.