Mittagstisch
In Recherswil isst man was auf den Mittagstisch kommt

Seit Anfang Januar gibt es einen privat organisierten Mittagstisch in Recherswil. Dieser findet unter den Kindern grossen Anklang. So gross, dass die Küche aber bereits an ihre Grenzen stösst.

Lucilia Mendes von Däniken
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Einmal pro Woche findet der Mittagstisch im grossen Saal im ersten Stock des Werkhofes statt.

Einmal pro Woche findet der Mittagstisch im grossen Saal im ersten Stock des Werkhofes statt.

Lucilia Mendes von Däniken

Die Helferinnen des Recherswiler Mittagstisches haben zwei Monate nach Lancierung des Angebotes bereits alle Hände voll zu tun: Beim vergangenen Mittagstisch galt es 31 hungrige Mäuler zu stopfen. Sieben Erwachsene – davon vier Helferinnen – und 24 Kinder versammelten sich um den grossen Tisch zum gemeinsamen Mittagessen. Der Mittagstisch ist zwar auf private Initiative entstanden, wird aber von der Gemeinde getragen und unterstützt. So stellt diese für den Mittagstisch den Esssaal im 1. Stock des Werkhofes sowie die Küche in der ehemaligen Abwartsküche kostenlos zur Verfügung.

Der Essraum ist ideal, die Küche stösst aber bereits an ihre Grenzen. So sind die Leiterinnen Karin Gay (Initiantin Mittagstisch), Anouk Ruch (Präsidentin Spielgruppe), Irene Rüfenacht (Präsidentin Elternrat Recherswil-Obergerlafingen) sowie Monika Rufer und die rund 15 Helferinnen in der Menüplanung gefordert. «Wir wollen für rund 25 Personen in einer normalen Wohnküche ein gesundes Essen mit saisonalen Produkten zubereiten», erklärt Irene Rüfenacht den Balanceakt.

Saisonal und regional

Als sich die Helferinnen vergangenen Dienstag um 10.30 Uhr in der Küche treffen, gibt es viel zu tun. Das Menü ist in der Zubereitung zeitintensiv: Es gibt Gemüse mit Dip, Pouletflügeli mit Bratkartoffeln sowie zum Dessert einen Fruchtsalat. Die meisten Produkte stammen aus der Region: Das Brot wird beim Igu Beck gekauft und das Gemüse im Schwaller-Hofladen in Recherswil.

Während die Frauen in der Küche Gemüse und Früchte schneiden, rennen bereits ein paar Kinder im um den grossen, gedeckten Tisch. Der Mittagstisch ist nicht nur für die teilnehmenden Schulkinder ein Happening, auch die Kinder der Helferinnen dürfen dabei sein.

Kurz nach 12 Uhr trudeln die ersten Schüler ein. Nach einer Begrüssung werden die Tischregeln in Erinnerung gerufen. Eine davon lautet: «Das mag ich nicht! – gibt es nicht». Dass dies nicht einfach eine sture Regel ist, hat die Helferin Doris Aebischer kürzlich beobachtet. «Es gab Blumenkohl. Ein Junge meinte, dass er dies auf gar keinen Fall esse. Doch irgendwann versucht er doch – und holte sich noch eine zweite Portion.»

Auch heute scheint das Essen zu schmecken, denn obwohl 31 Leute am Tisch sitzen, ist es erstaunlich ruhig. Die Gespräche drehen sich oft um kulinarische Themen. So fragt ein Junge seinen Tischnachbar: «Was ist Dein Lieblingsessen?» «Schlüferli!», antwortet dieser. Und danach geht eine Diskussion los, ob Birnen nun Früchte oder Obst sind.

Zwischen Hauptspeise und Dessert dürfen die Kinder den Tisch verlassen und spielen gehen. Kurz nach dem Dessert machen sich die Ersten auf den Schulweg. Aktuell nutzen mehrheitlich Recherswiler Kinder das Angebot. Helferin Daniela Gfeller aus Obergerlafingen findet dies schade: «Gerade für Schüler aus Obergerlafingen, die in Recherswil zur Schule gehen, wäre der Mittagstisch ideal.» Zudem freuen sich die Leiterinnen auch über ganze Familien am Mittagstisch: «Bei einem Menü-Preis von 8 Franken für Erwachsene und Kinder sowie 4 Franken für Vorschulkinder lohnt es sich doch, den Familientisch ab und zu gegen ein Mittagessen am grossen Tisch im Werkhof zu tauschen.»

Weitere Infos finden sich unter: www.elternrat-ro.ch

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