«Der sicherste Weg zum Erfolg ist es, es noch einmal zu versuchen.» Unter dieses Motto nach einem Ausspruch von Thomas Alva Edison stellte Gemeindepräsident Hardy Jäggi seine Rede beim offiziellen Spatenstich für die erste Etappe der Zentrumsüberbauung am Samstagmorgen.

Vor 40 Jahren hatten die damaligen Verantwortlichen damit begonnen, im Zentrum Land zu kaufen. «Wir können ihnen heute dafür dankbar sein.» Zwar scheiterten mehrere Überbauungs-Projekte seither. Doch das sei nicht so schlimm, so Jäggi. So müsse man heute nicht alte Mehrfamilienhäuser sanieren.

«Ich gebe es zu. Es war auch ein ganz persönliches Ziel von mir, die Planung im Zentrum nochmals anzufangen», erklärte Jäggi. So habe der im Jahr 2009 neu gewählte Gemeinderat schon bald eine Arbeitsgruppe eingesetzt und im November 2009 mit der Planung begonnen. Fünf Jahre und 26 Sitzungen später würden nun alle Bewilligungen für den Bau vorliegen. Ein ganzes Jahr habe man verloren, weil man sich mit einer Einsprachenpartei nicht habe einigen können.

Über 100 Wohnungen

Die erste Etappe des Projektes «Kleeblatt» wird auf dem Baufeld A realisiert. Drei Mehrfamilienhäuser werden entstehen. 37 altersgerechte Wohnungen, der Dorfladen und weiterer Gewerberaum. Mitte 2016 sollten die Gebäude bezugsbereit sein. Bereits nächstes Jahr soll die Überbauung des zweiten Baufeldes aktiv an die Hand genommen werden. So werden am Schluss insgesamt 100 Wohnungen realisiert. Zudem wird ein Begegnungsplatz für die gesamte Bevölkerung entstehen.

«Recherswil muss weiter wachsen. Denn nur, wenn wir neue Steuerzahler anziehen, können wir neue Einnahmen generieren», erklärte Jäggi die Strategie des Gemeinderates. Indem der Gemeinderat die Planung selbst an die Hand genommen hat und das Projekt bis zur Realisierung vorangetrieben hat, hatte er zudem die Gewähr, dass nichts gebaut wird, das nicht in die Gemeinde passt.

Emil Zurmühle (Vertreter Generalunternehmer) zeigte sich überwältigt vom Aufmarsch der Bevölkerung. «So viel Interesse an einem Projekt habe ich in meiner 45-jährigen Tätigkeit noch nie erlebt.» Auch für ihn war es ein langer Weg, bis das Projekt realisiert werden konnte. Nun werde am Montag mit den Arbeiten gestartet. Erst zirka Mitte Januar sei aber alles so weit vorbereitet, dass der eigentliche Hochbau beginnen könne. Das hat unter anderem mit dem Grundwasser zu tun, das auf dem Grundstück abgesenkt werden muss.

Ernst Walter (Vertreter Pensionskasse Solothurn und Bauherrschaft) freute sich ebenfalls. «Es ist selten, dass wir in der Region ein so gutes Projekt realisieren können.» Seit 1987 investiere die Pensionskasse einen Teil ihres Vermögens in Liegenschaften. Diese stünden in den Kantonen Solothurn, Bern, Aargau und Zürich.