Er sei ein Energiefanatiker, sagt Urs Steiner. Vor fünf Jahren hat er mit der Planung einer Solarstromanlage auf dem Dach seines Reithofs Lindenhof in Obergerlafingen begonnen. Gestern wurde die Anlage von einem Auditor der Swissgrid nun geprüft und genehmigt.

Die Zahlen sind beeindruckend: 600000 Kilowattstunden Strom pro Jahr werden auf den Dächern produziert. Damit können bis zu 140 Haushalte versorgt werden. «Somit steht in Obergerlafingen die mit Abstand grösste Solarstromanlage im Kanton Solothurn und darüber hinaus», sagt Werner Zürcher. Er hat mit der Firma Mitholz Energie die Anlage geplant.

Höherer Einspeisetarif

Die Anlage bedeckt eine Fläche von rund 4000 Quadratmetern. Sie wurde zwar als Aufdachanlage montiert, jedoch als Indachanlage bewilligt. Das bedeutet, dass die Fotovoltaikmodule direkt auf ein wasserfestes Unterdach montiert werden. Das ist optisch attraktiver, hat allerdings den Nachteil, dass die entstehende Wärme schlechter entweicht.

Damit die Luft besser zirkulieren kann, wurden die seitlich abschliessenden Bleche mit feinen Löchern versehen. Laut Werner Zürcher sind Indachanlagen etwas teurer und aufwändiger zu installieren, dafür profitiere Urs Steiner von einem höheren Tarif bei der kostendeckenden Einspeisevergütung KEV.

Langer und mühsamer Weg

Der Einspeisetarif betrage 42 Rappen pro Kilowattstunde – 4 Rappen mehr als bei einer konventionellen Anlage. «Für mich war die Aussicht auf eine Indachanlage Bestandteil des Entscheides für das Projekt», sagt Steiner. Der Weg dahin sei aber lang und mühsam gewesen. Angesichts des Trends zu alternativer Stromgewinnung, so findet Steiner, müssten die Verfahren deutlich kürzer sein.

Immerhin: Mit der grössten Solaranlage im Kanton sichert er sich nicht nur ein lukratives Einkommen, sondern leistet auch einen Beitrag für die saubere und nachhaltige Stromgewinnung.