Der Gemeinderat beriet sich am Montagabend über eine Erhöhung des Steuerfusses. Denn: «Wenn wir den Steuerfuss bei 105 Prozent beibehalten, werden wir in ein grosses Defizit rutschen», informierte Ratsmitglied Roger Gerber.

Rein rechnerisch wäre ein Steuerfuss von 140 bis 145 Prozent nötig. So könnte man das Defizit verhindern. Da diese Erhöhung aber kaum mehrheitsfähig sei, beantragte Gerber, den Steuerfuss auf 120 Prozent zu erhöhen. Damit läge er immer noch leicht unter dem Wasserämter Durchschnitt von 122 Prozent.

Aus Gründen des Marketings zog Ratsmitglied Thomas Affolter darauf eine Erhöhung auf 119 Prozent in Erwägung, um so die Hürde von 120 Prozent nicht zu überschreiten. Gemeindepräsident Manfred Küng verlangte schliesslich, dass dem Volk mehrere Varianten präsentiert werden müssten. Zudem müsse die Steuererhöhung nachvollziehbar begründet werden, immerhin sei die Gemeinde per Dezember 2013 im Besitz von 1,76 Millionen Franken Eigenkapital.

Ein problematischer Punkt sei sicherlich der Wegzug der Firma Cent Holding AG, der steuerkräftigsten Firma der Gemeinde. «Dadurch haben wir rund 400 000 Franken weniger in der Kasse», unterstrich Küng. Ausserdem wisse man nicht, was HRM2 bringe und eventuell komme – je nach Abstimmungsausgang – der neue Finanzausgleich, der ebenfalls Fragen aufwirft. Gleichzeitig mahnte Küng: «Wir müssen die Sache gut durchdenken. Schliesslich versuchen wir momentan selber, gemeindeeigenes Land zu verkaufen.»

Die Entscheidung, welche Vorschläge der Gemeindeversammlung unterbreitet werden sollen sowie die Genehmigung des Voranschlags wurden schliesslich auf eine ausserordentliche Gemeinderatssitzung vertagt.

Im Weiteren wurden die Ergebnisse der Strassenzustandsbeurteilung besprochen, welche dieses Jahr durchgeführt wurde. Darin wurde deutlich, dass die Strassen in einem guten, die Flurwege hingegen in einem schlechten Zustand seien. Fünf Flurwege haben durch zu viel Wasser und Gras Schaden genommen. Stimmt die Gemeindeversammlung zu, soll ein Betrag von 50 000 investiert werden, um diese Wege zu sanieren.

Für die Strassenbeleuchtung soll ausserdem ein Kredit von 103 000 Franken eingesetzt werden. «Die Leuchtmittel sind dreissig jährig, deshalb sind bis 2020 einige Massnahmen nötig», erklärte Roger Gerber. Die Bachstrasse, die Grabackerstrasse und die Moosackerstrasse sind die ersten, die nun mit LED ausgerüstet werden. Der Gemeinderat befürwortet diesen Antrag einstimmig.

Einstimmig genehmigt wurde auch das räumliche Leitbild. Obwohl der Kanton dieses noch nicht abgesegnet hat, kann es von der Gemeindeversammlung genehmigt werden.