Altreu
In Hochstudhäusern müssen nicht immer Fenstern mit Sprossen eingebaut werden

In Altreu müssen nicht unbedingt Fenster mit Sprossen eingebaut werden. Der Regierungsrat hat einer Aufsichtsbeschwerde, in welcher bemängelt wurde dass beim Umbau eines Hochstudhauses am Burgweg 1 andere Fenster eingebaut wurden, nicht stattgegeben.

Rahel Meier
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Nach Vorschrift dürfen in Hochstudhäusern nur Fenster mit Sprossen eingebaut werden. (Symbolbild)

Nach Vorschrift dürfen in Hochstudhäusern nur Fenster mit Sprossen eingebaut werden. (Symbolbild)

Solothurner Zeitung

Am Burgweg 1 in Altreu wurde ein altes Hochstudhaus umgebaut. Eine Nachbarin der Liegenschaft bemängelt nun, dass die Zonenvorschriften dabei nicht eingehalten wurden. Diese besagt, dass «Türen und Fenster in traditioneller Weise, das heisst unter anderem mit Sprossen, auszuführen sind».

Sowohl bei diesem, wie auch bei anderen Häusern würden aber Fenster ohne Sprossen verwendet. Die Nachbarin hat sich deshalb mit einer Aufsichtsbeschwerde gegen die Bau- und Werkkommission Selzach an den Regierungsrat gewandt.

Sowohl die Bau- und Werkkommission als auch der Gemeinderat beantragen in der Vernehmlassung, dass der Aufsichtsbeschwerde nicht stattzugeben sei. Das Baugesuch für die Liegenschaft sei dem Amt für Raumplanung, Abteilung Ortsbildschutz, zur Beurteilung zugestellt worden.

«Dieses hat keine Einwände gegen die projektierten Fenster erhoben», steht in der Stellungnahme. Das für Hochstudbauten charakteristische Dach sei nicht verändert worden, die Erscheinung und Eigenart der Baute bleibe somit bestehen.

Mit dem Umbau und der Vergrösserung der Fenster sei den heutigen Wohnbedürfnissen Rechnung getragen worden. Im Übrigen hätten lediglich die alten Fenster an der Südfassade Sprossen aufgewiesen.

Zusätzlich wird darauf aufmerksam gemacht, dass ursprünglich ein Teilabbruch des Hauses vorgesehen war. Nun sei die Liegenschaft aber saniert und bleibe erhalten. Der Gemeinderat macht weiter darauf aufmerksam, dass die angesprochene Bestimmung im Zonenreglement mit der nächsten Ortsplanungsrevision geändert werden soll.

Der Regierungsrat hält in der Behandlung der Aufsichtsbeschwerde fest, dass während der Auflage des Baugesuches keine Einsprachen eingingen: weder von Nachbarn, noch von den kantonalen Behörden, noch von der Beschwerdeführerin.

Weiter steht: «Die örtlichen und kantonalen Behörden sind der einhelligen Meinung, dass die Vorschrift, es seien in der Ortsbildschutzzone grundsätzlich Sprossenfenster zu erstellen, zu eingeschränkt, und dem Erhalt der Eigenart der Dorfzone Altreu nicht in jedem Fall dienlich sei. Die Anwendung dieser Vorschrift sei im Einzelfall zu prüfen».

Der Regierungsrat kam zum Schluss, dass sich die Behörden mit dem Einzelfall auseinandergesetzt hätten und ihnen keine Missachtung öffentlicher Interessen oder eine andere Rechtsverletzung vorgeworfen werden könne. Der Aufsichtsbeschwerde wird deshalb nicht stattgegeben.