Wasserversorgung
In Herbetswil fliesst das Wasser im Reservoir andersrum

Mit dem Bau eines neuen Reservoirs sichert die Gemeinde die Wasserversorgung. Und dieses Wasser fliesst nicht wie meist üblich von der Quelle ins Reservoir und von dort in die Häuser, sondern umgekehrt.

Alois Winiger
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Sie griffen stellvertretend zum Spaten (v.l): Hans Fluri, Präsident Wasserkommission; André Fluri, Feuerwehrkommandant; Ernst Nussbaum, Brunnenmeister; Peter Meister, Gebäudeversicherung; Christian Ledermann, Amt für Landwirtschaft; Stefan Müller, Gemeindepräsident.

Sie griffen stellvertretend zum Spaten (v.l): Hans Fluri, Präsident Wasserkommission; André Fluri, Feuerwehrkommandant; Ernst Nussbaum, Brunnenmeister; Peter Meister, Gebäudeversicherung; Christian Ledermann, Amt für Landwirtschaft; Stefan Müller, Gemeindepräsident.

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Wenn zwischen Planung und Baubeginn für ein Wasserreservoir fast zwölf Jahre vergehen, müssen starke Gründe im Spiel sein. In Herbetswil ist dies der Fall und es ist dort ohnehin alles etwas anders. Wegen den ausserordentlich ergiebigen Quellen hat das Dorf Wasser im Überfluss.

Und dieses Wasser fliesst nicht wie meist üblich von der Quelle ins Reservoir und von dort in die Häuser, sondern umgekehrt. So wird denn auch das neue Reservoir in der Allmend, für das gestern in Anwesenheit von Wasserkommission sowie Gemeinde- und Kantonsbehörden der symbolische Spatenstich vorgenommen wurde, dazu dienen, um eine Löschreserve von 150 und eine Brauchreserve von 50 Kubikmetern aufzunehmen.

Warum es so lange dauerte

Im alten Reservoir sind im Jahr 2000 Mängel festgestellt worden, eine Sanierung drängte sich auf. Eine sofortige erschien nicht realistisch, man wollte im Zusammenhang mit der Ortsplanung ein generelles Wasserversorgungsprojekt (GWP) erstellen. Im Verlauf der Arbeiten kam der Kanton dazwischen, der eine regionale Wasserversorgung im Thal anstrebte. Doch die Gemeinden lehnten die regionale Lösung ab.

Herbetswil vorab mit dem Argument, das auf Gemeindegebiet erfasste, qualitativ hochwertige Wasser soll nicht mit jenem aus anderen Quellen vermischt werden. Durch den nun begonnenen Neubau wird der in sich geschlossene Kreis von Herbetswil bestehen bleiben, allerdings ohne den regionalen Gedanken ganz auszuschliessen.

Denn es werden Voraussetzungen geschaffen für den Anschluss ans Gemeindenetz von Aedermannsdorf. Und die Berghöfe Nord von Herbetswil werden nicht mehr von eigenen Quellen abhängig sein, die unterschiedlich ergiebig sind, sondern mit gemeindeeigenen Wasser versorgt. Finanziell beteiligen sich denn auch am Projekt neben Kanton und Gebäudeversicherung die Patenschaft für Berggemeinden. Das Reservoir soll 2014 in Betrieb gehen.