Christof Gasser

In einem neuen Krimi führt die Blutspur zur Ruine Gilgenberg

Einer der Morde ereignet sich in der Ruine Gilgenberg.

Einer der Morde ereignet sich in der Ruine Gilgenberg.

Der Autor Christof Gasser aus Oberdorf SO siedelte seinen neuen Krimi im Schwarzbubenland an. In der fiktiven Gemeinde Gilgenberg gibt es Mord und Totschlag.

Der erste Eindruck, den Cora Johannis von den Thiersteinern erhält, ist alles andere als schmeichelhaft. In einem Restaurant trifft die Journalistin auf sture Bergler, die ihr keine Auskunft geben wollen. Unmissverständlich lassen die Männer sie spüren, dass sie hier oben unerwünscht ist.

Im Auftrag eines früheren Solothurner Regierungsrats stellt Cora Johannis seit einigen Tagen Nachforschungen an. Sie recherchiert über die verschwundene Frau des Politikers, von der dieser überzeugt ist, dass sie noch lebt. Ihre Recherchen führen die Solothurnerin auf die andere Seite des Passwangs, in die Gemeinde Gilgenberg. Im kleinen Nest im Schwarzbubenland tun sich die unterschiedlichsten Abgründe auf.

Der Beginn einer Romanreihe

Vor Jahren waren bei einem Unfall fast alle Frauen des katholischen Dörfchens ums Leben gekommen. Sie stürzten mit dem Flugzeug in den französischen Bergen ab, als sie sich auf der Heimreise eines Pilgerausflugs nach Lourdes befanden. Um über den Verlust ihrer Ehegattinnen hinweg zu kommen, vermählten sich die Gilgenberger einer nach dem anderen mit Frauen aus Russland. Seither wimmelt es in der Ortschaft von Osteuropäerinnen, von denen viele in einem Bio-Landwirtschaftsbetrieb im Dorf arbeiten.

Als Cora Johannis merkt, dass das Unternehmen aber vor allem als Umschlagplatz für Drogen und Prostituierte dient, ist sie bereits in grosser Gefahr. Zwei Einheimische, welche ihr die Wahrheit über die Firma verraten wollten, wurden kaltblütig getötet. Es herrscht kein Zweifel daran, dass sich die Journalistin bei ihrer Suche im Thierstein mit ganz übeln Gestalten eingelassen hat.

Ob es der Protagonistin im neuen Krimi von Christof Gasser gelingt, das Schwarzbubenland lebendig zu verlassen, wird an dieser Stelle nicht verraten.

Der Bestseller-Autor aus Solothurn siedelte den Roman in der verwunschenen Idylle des Gilgenbergerlands an. Nach zwei Büchern, in denen ein Kantonspolizist und eine Staatsanwältin ermitteln, ist es der erste Auftritt von Journalistin Cora Johannis. Der Fall in Gilgenberg soll der Auftakt einer neuen Reihe sein.

Spannung bis zur letzten Seite

In seinem neuen Werk gelingt es dem Autoren hervorragend, die Spannung bis zum schockierenden Finale aufrecht zu erhalten. Dass die Geschichte nicht in einer real existierenden Gemeinde, sondern im fiktiven Gilgenberg spielt, tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Denn abgesehen davon schildert Christof Gasser das Thierstein detailgetreu. Da tauchen die Dörfer Nunningen, Zullwil und Meltingen genauso auf wie die Portiflue, das Mittelalterfest und die Ruine Gilgenberg.

Dass das Buch im Schwarzbubenland spielt und auch nach diesem benannt ist, kommt nicht von ungefähr. «Ich war früher oft mit meinem Vater dort unterwegs, als er im Vermessungsamt arbeitete», erklärt der Autor. Die malerische Landschaft mit der Ruine Gilgenberg habe wunderbar als Kulisse für den Krimi gepasst. Dass Cora Johannis bei ihrem ersten Besuch im Gilgenbergerland feindselig begrüsst wird, basiere nicht auf eigenen Erfahrungen. Er nehme diese Region überhaupt nicht düster und gefährlich wahr.

Bei seinen Recherchen stellte er jedoch fest, dass man auf seiner Seite des Passwangs dem Dorneck-Thierstein oft wenig Beachtung schenkt. Oder wie Gasser im Roman über seine Protagonistin schreibt: «So wie manche Mittelland-Solothurner kannte Cora das Schwarzbubenland nur vom Hörensagen, obwohl es nicht mehr als eine knappe Autostunde von der Hauptstadt entfernt lag. Noch heute vermochte der Jura Welten zu trennen.»

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