Halten
In die Filzwelt eintauchen - in Halten ist die neue Ausstellung eröffnet worden

Der grüne Blätterschatz rauscht schon bald wieder - die junge Linde wurde auf dem Turngelände eingeweiht. Zudem fand die Eröffnung der Wechselausstellung statt.

Agnes Portmann-Leupi
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Sie stellen ihre Arbeiten aus: Doris Chiapparelli (ganz links), Sandra Funk, Barbara Glünkin, Beatrice Hüsler und Stefanie Hofmann (rechts).apb

Sie stellen ihre Arbeiten aus: Doris Chiapparelli (ganz links), Sandra Funk, Barbara Glünkin, Beatrice Hüsler und Stefanie Hofmann (rechts).apb

Agnes Portmann

«Am Brunnen vor dem ‹Turme›, da steht ein Lindenbaum», spielte feierlich die «Chräbszunftmusig Chriegstette». Noch zart ragt die junge, rund acht Meter hohe Winterlinde in den Himmel. Sie soll dereinst wieder ausladend und Schatten spendend zum Verweilen einladen. Mit einem speziellen Wässerchen – bereitgestellt im Waschzuber aus Zink samt Kelle – tauften die Anwesenden den Baum.

Stiftungsratspräsident Urs Umbricht erzählte die Geschehnisse um die alte Winterlinde. Vielen blutete nämlich das Herz, als Ende Januar der mächtige Baum wegen Spaltungen am Stamm und Kronenansatz sowie Fäulnis gefällt werden musste. Die Taufpatinnen und -paten, sprich Sponsoren, erhielten als Erinnerungsstück einen Rugel der alten Linde.

Fünf ideenreiche Filzerinnen

Gleichzeitig konnten die über 100 Anwesenden in die Filzwelt eintauchen. «Wir sind fünf unterschiedliche Frauen und zeigen fünfmal verschiedenen Filz», informierte Barbara Glünkin an der Vernissage. Das Filzhandwerk habe es bereits in der Steinzeit gegeben, es sei also älter als Spinnen und Weben. In der Tat prägt im Speicher jede der fünf Frauen die Ausstellung mit ihrer persönlichen Note.

Auf zwei Etagen faszinieren Filzobjekte, ob zum Anziehen und Tragen, als Schmuckstücke für die Wohnung, als fantasievolle Tiere und Blumen. Der Ideenreichtum der Kunsthandwerkerinnen – Barbara Glünkin, Stefanie Hofmann, Sandra Funk, Doris Chiapparelli und Beatrice Hüsler – scheint unbegrenzt. Nicht nur ungefärbte und
gefärbte Wolle dient als Grundmaterial, sondern auch Edeltierhaare, Seidenprodukte und Stoffvarianten.

Unerschöpflich waren auch die Themen beim herrlichen Apéro mit Brot aus dem Haltener Ofenhäuschen neben dem getauften Lindenbäumchen. Fein und versöhnlich rauschten dazu die herzförmigen Blätter.

Ausstellung und Einführung ins Filzhandwerk im Museum Wasseramt, Turm in Halten: bis 14. September 2014, jeweils an den Sonntagen von 13 bis 17 Uhr.

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