Balsthal
In Balsthal trafen sich Drachen mit Schrubechutter

Der Umzug am Sonntagnachmittag hätte von der Teilnehmerzahl her ein Rekord werden können. «Wie zu aute Zyte» war der Fasnachtsumzug in Balsthal dagegen ganz und gar nicht.

Peter Wetzel
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Zum Wagen der Balsthaler Guggenmusik Büttysuger braucht es keinen Kommentar.

Zum Wagen der Balsthaler Guggenmusik Büttysuger braucht es keinen Kommentar.

Peter Wetzel

Einzelne Sujets nahmen zwar Bezug auf das diesjährige Fasnachtsmotto, sonst aber war der 37 Nummern umfassende Umzug eine bunte Mischung verschiedenster Themen. Daniel Born als Umzugschef freute sich wiederum über die grosse Teilnahme einheimischer und auswärtiger Gruppen. Eine kleine Träne weinte er dem Fehlen der Schul- und Kindergartenklassen nach: «Mit diesen hätten wir unsern Teilnehmerrekord brechen können.»

Am Umzug waren drei Jubilare auszumachen. Die Balsthaler Säulischränzer feierten eher heimlich ihren 30. Geburtstag, wenn da die Chnuppensager nicht gewesen wären. Sie brieten auf ihrem Wagen ein echtes Säuli und verteilten nach dem Umzug die Geburtstagshappen an die Zuschauer. (Weshalb das Schweinchen so schwarz aussah, darüber gibt es nur Spekulationen!) Die Höckeler feierten ihr 20-jähriges Bestehen und wuschen einigen Zuschauern gehörig die «Dräckschnuure». Weiter offenbarten sich die «Bigudi Hüüler» aus Sutz-Lattrigen als zwanzigjährige Geburtstagskinder.

Die Sache mit den Energiequellen

Unter den vielen Wagen nahmen sich zwei dem aktuellen Thema «alternative Energiequellen» an. Die Macarenas lösen das Problem mit Schruubechutter, Mega-Föns, 365 Tage Weihnachtsbeleuchtung und natürlich Solarzäue. Bei der Schopfguggerzunft aus Oberbipp hiess es dazu: «Jetz chlepfts!» Ihre Angst: ein atomarer Zwischenfall. Ihre Lösung: ein von Fuss angetriebenes Windrad.

Viel Farbe, originelle Kostüme und natürlich viel schrägen Fasnachtssound bieten immer wieder die zahlreichen Guggenmusiken. Als Pendant dazu marschierte eine stille Maskengruppe aus Moosseedorf mit, die «Troumwandler». Die unverwüstlichen Grunzer machten den nahenden Rücktritt des Gemeindepräsidenten zum Thema: «Der Willy, üse Gessler, isch nümm lang Oberchessler...» Nebst anderen waren mit den Aphronixen, den Banausen und den Oldie-Girls weitere einheimische Gruppen mit originellen Sujets mit von der Partie.

Wie war es «zu aute Zyte»?

Die Durchführung von Fasnachtsumzügen hat in Balsthal eine lange Tradition. Während des ersten Weltkrieges und danach verzichtete man auf die Durchführung von Fasnachtsanlässen. Auf Initiative des Fussballclubs Klus-Balsthal und der Musikgesellschaft Konkordia wurde 1924 erstmals wieder ein Umzug durchgeführt.

Das Motto: «Die Geister auf Schloss Falkenstein». Während des Umzugs wurde beim Restaurant Gemse, beim «Löwen», bei der Post in der Herrengasse, auf dem Platz vor dem Kornhaus, auf dem Inselischulhausplatz, auf der Bahnhofstrasse und in der Klus «Geisterreigen» aufgeführt. Als Belohnung gabs anschliessend im «Rössli» Suppe, Schüblig, Kartoffelsalat und «etliche Fass Bier», wie einem Protokoll aus dieser Zeit zu entnehmen ist.