Räumliches Leitbild
In Aeschi bleibt die Kirche noch im Dorf

Die Mitwirkungsveranstaltung zum räumlichen Leitbild der Gemeinde Aeschi zeigte, dass die Planung so weiterverfolgt werden kann.

Rahel Meier
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Von Etziken herkommend prägt die katholische Kirche die Dorfeinfahrt und auch das Bild der Gemeinde Aeschi.

Von Etziken herkommend prägt die katholische Kirche die Dorfeinfahrt und auch das Bild der Gemeinde Aeschi.

Rahel Meier

«Die Erarbeitung der neuen Ortsplanung und der Umgang mit Bauland ist sicher eine der grössten Herausforderungen der Zukunft.» Gemeindepräsident Stefan Berger freute sich, dass doch 30 Interessierte den Weg an die Mitwirkungsveranstaltung gefunden hatten.

Vorgestellt wurde das Leitbild von Uriel Kramer (W+H AG Ingenieure und Planer, Biberist). Eine der Spezialitäten der Gemeinde sei, dass sie aus drei relativ verschiedenen Ortsteilen zusammengesetzt sei. Im Verlauf der Präsentation zeigte sich denn auch, dass ein weiteres Wachstum vor allem im Dorfteil Aeschi, der auch mit dem öffentlichen Verkehr am besten erschlossen ist, erfolgen soll. Neues Bauland könnte in der Längmatt erschlossen werden. Auf dem Steinhof und in Burgäschi sollen vorhandene Baulücken noch geschlossen werden. «Ein weiteres Wachstum ist hier aber nicht unbedingt erwünscht», so Kramer.

Viele neue Häuser

Wie in vielen anderen Ortschaften auch, gebe es ein Problem mit dem bereits eingezonten Bauland. «Viele Grundstücke sind gar nicht erhältlich, weil sie für Kinder oder Grosskinder aufgespart werden.» Trotzdem wurde in den letzten Jahren viel gebaut in der Gemeinde. Die Statistik zeigt, dass in den letzten 12 Jahren 70 neue Einfamilienhäuser, sieben Mehrfamilienhäuser und zwei Gewerbebauten erstellt wurden. «Die Einwohnerzahl ist aber praktisch gleich geblieben. Das heisst konkret, dass der Aescher bequem lebt, was die ihm zur Verfügung stehende Wohnfläche angeht.»

Damit kam er zu einer weiteren Auffälligkeit in Aeschi. Der Anteil der
40- bis 64-Jährigen hat in den letzten
14 Jahren um zehn Prozent stark zugenommen. Eines der Ziele für den Gemeinderat sei deshalb, es möglich zu machen, dass Wohnraum für alte Menschen, aber auch junge Leute und Familien geschaffen werden könne. «Der Kanton sieht für Aeschi einen Bevölkerungsrückgang vor. Der Gemeinderat ist da anderer Meinung und möchte bis ins Jahr 2035 auf rund 1500 Einwohner anwachsen.» Damit könne die Gemeinde eigenständig bleiben und sich zu einem Zentrum im äusseren Wasseramt entwickeln.

Viele spezielle Naturschönheiten

Kaum eine Gemeinde in der Region habe ein so spezielles Naherholungsgebiet wie Aeschi. Kramer machte vor allem auf den Burgäschisee, aber auch die Findlinge auf dem Steinhof aufmerksam. Allerdings zeige sich gerade hier, dass Natur und Freizeitnutzung (siehe Kasten) nicht immer im Einklang miteinander stünden.

Stark verwurzelt ist auch die Landwirtschaft mit elf Vollerwerbs- und vier Nebenerwerbsbetrieben. Im räumlichen Leitbild ist explizit erwähnt, dass diese in ihrer Entwicklung nicht behindert werden sollen.

Wer am räumlichen Leitbild mitwirken will, sollte seine Eingabe bis zum 3. Oktober an den Gemeinderat schicken.