Bellach
Immer mehr Personen brauchen Sozialhilfe

An einem Informationsanlass der SP und Grünen in Bellach wurde das Thema Kosten der sozialen Sicherheit auf kantonaler und lokaler Ebene diskutiert.

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Mehr Menschen im Kanton Solothurn sind auf die Unterstützung der Sozialhilfe angewiesen. (Symbolbild).

Mehr Menschen im Kanton Solothurn sind auf die Unterstützung der Sozialhilfe angewiesen. (Symbolbild).

Keystone

Mehr als 40 Personen folgten der Einladung der SP und Grüne Bellach zum öffentlichen Informationsanlass in der Aula des Kaselfeld-Schulhauses zum Thema Kosten der sozialen Sicherheit. Die eingeladenen Referenten, David Kummer, Abteilungsleiter Sozialleistungen und Existenzsicherung, Amt für soziale Sicherheit, ASO, und Hansruedi Waiz, Leiter der Sozialen Dienste, mittlerer und unterer Leberberg (SD MUL), informierten die Anwesenden fachlich versiert, kompetent und praxisnah.

Die Kosten der sozialen Sicherheit brennen der Bevölkerung immer wieder unter den Nägeln. Die Bereiche Alter, Gesundheit und Invalidität verschlingen in der Schweiz den Löwenanteil an den Gesamtkosten der sozialen Sicherheit von 141,7 Mrd. Franken, nämlich 83,7 Prozent oder fast 119 Mrd. Franken. Die restlichen knapp 16 Prozent entfallen auf die Bereiche Hinterbliebene, Familie und Kinder, Arbeitslosigkeit, soziale Ausgrenzung und Wohnen. Die Kosten der sozialen Ausgrenzung (u. a. Sozialhilfe und Asyl) betrugen dagegen bloss 2,9 Prozent oder 4,1 Mrd. Franken.

Soziale Sicherheit im Kanton

David Kummer zeigte anhand von konkreten Zahlen, wie sich die Kosten der sozialen Sicherheit in den letzten Jahren im Kanton Solothurn und in der Sozialhilfe entwickelten. Im Jahr 2012 bezogen 8505 Personen Sozialhilfe, was einer Sozialhilfequote von 3,3 Prozent gemessen an der Gesamtbevölkerung entspricht. Die Kostensteigerungen in der Sozialhilfe entstünden nicht aufgrund höherer Beiträge, sondern weil mehr Menschen im Kanton auf die Unterstützung der Sozialhilfe angewiesen seien, wie David Kummer weiter ausführte. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Kostensteigerungen in der sozialen Sicherheit sei die Entsolidarisierung der Gesellschaft, wie es David Kummer nannte.

Frau Muster beim Sozialdienst

Hansruedi Waiz nahm die Anwesenden mit auf die Sozialen Dienste des mittleren und unteren Leberbergs (SD MUL) und schilderte nicht ohne Humor, wie das Anmeldeverfahren für den Bezug von Sozialhilfe erfolgt, welche Unterlagen beigebracht werden müssen und aufgrund welcher gesetzlichen Bestimmung die Bemessung der bedarfsabhängigen Sozialhilfe erfolgt. Seine Ausführungen illustrierte er anhand des fiktiven Beispiels von Frau Muster.

Fragen aus der Mitte wurden durch die Referenten kompetent beantwortet. Die Antwort von Hansruedi Waiz auf die Frage, wie er die aktuelle Ausgestaltung der Sozialhilfe beurteilt, wird die Anwesenden noch eine Weile begleiten. Sie lautete, es sei nicht glücklich, dass momentan so viele Menschen auf das letzte soziale Auffangnetz, wie dies die Sozialhilfe darstellt, angewiesen seien. (mrb)