Analyse

Imark bei den Ständeratswahlen im Solothurn: Die Chancen sind klein, aber intakt

Christian Imark will im Kanton Solothurn als erster Vertreter überhaupt für die SVP in die kleine Kammer einziehen.

Analyse zur Kandidatur von Christian Imark bei den Ständeratswahlen im Kanton Solothurn

Bei den Ständeratswahlen am 20. Oktober ist die Spannung im Schwarzbubenland um einiges grösser als bei den letzten Ausmarchungen. Mit dem Nationalrat Christian Imark tritt ein Kandidat aus dem Dorneck-Thierstein an, der sich ein Image als bodenständiger, zupackender Politiker aufbauen konnte. Der Fehrner will im Kanton Solothurn als erster Vertreter überhaupt für die SVP in die kleine Kammer einziehen. Auch wenn er mit den beiden Bisherigen, die sich zur Wiederwahl stellen, harte Gegner hat, ist er keinesfalls chancenlos.

Imark ist es gelungen, seinen Namen nach und nach jenseits des Passwangs bekannt zu machen. Der Schwarzbube ist im Politbetrieb bereits ein alter Hase, obwohl er im Januar erst 37 Jahre alt wurde. Als jüngster Kantonsrat aller Zeiten zog er im Jahr 2001 mit 19 Jahren ins Solothurner Parlament ein. Seit 2015 gehört Imark dem Nationalrat an. Unter der Bundeshauskuppel sitzt er in der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie. Gleichzeitig präsidiert er seit 2017 die Solothurner SVP.

Der im Thierstein aufgewachsene und verwurzelte Imark hat sich den Kampf für eine unabhängige Schweiz auf die Fahne geschrieben. Auch eine «bedarfsgerechte, gut ausgebaute und unterhaltene Verkehrsinfrastruktur», liegt ihm gemäss Eigenaussage am Herzen. In letzter Zeit ist Imark vermehrt durch Bemerkungen aufgefallen, die ihn in die Hardliner-Ecke rückten. So rügte er die Klimastreiks und kritisierte die Solothurner Justiz dafür, nachlässig mit Kinderschändern umzugehen. Dieser Ton passt so gar nicht zum Christian Imark, den man sonst kennt: Er gilt als pragmatischer und umgänglicher Typ, der gerne auf Tuchfühlung mit der Bevölkerung geht. Für diese volksnahe Art, die nicht aufgesetzt wirkt, wird er im Kanton Solothurn geschätzt.

Grösster Nachteil des Schwarzbuben bei seinem Vorhaben, in den Ständerat einzuziehen, wird wohl seine Parteizugehörigkeit sein. Obwohl die SVP auch im Solothurnischen konstant zulegen konnte, sind Angriffe auf das sogenannte Stöckli bisher gescheitert. Vor vier Jahren schaffte es der Gretzenbacher SVP-Mann Walter Wobmann bei den Ständeratswahlen in den zweiten Wahlgang. Dort scheiterte er deutlich am Bisherigen Roberto Zanetti. Der Sozialdemokrat und der zweite Solothurner Ständerat, der Christdemokrat Pirmin Bischof, treten erneut an.

Im Rennen um die beiden Sitze im Ständerat sind neben den beiden Bisherigen und Christian Imark auch der Grüne Kantonsrat Felix Wettstein und Stefan Nünlist, Präsident der Solothurner FDP. Die Bekanntheit und die Hemdsärmeligkeit könnten für Imark gegenüber Wettstein und Nünlist von Vorteil sein. Gerade in ländlichen Gebieten, von denen es im Kanton Solothurn nicht wenige gibt, stossen Politikertypen wie der Schwarzbube auf Anklang.

Sollte es wieder zu einem zweiten Wahlgang kommen, was gut möglich ist, hat Imark intakte Chancen, dabei zu sein. Pirmin Bischof sitzt fest im Sattel und wird sehr wahrscheinlich schon Ende Oktober gewählt. Für Roberto Zanetti dürfte es aber erneut eng werden. Imark ist gut beraten, sich den 17. November frei zu halten: Es ist das Datum des zweiten Wahlgangs.

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