Es tut sich wieder etwas im Dorf: nach dem fast fertiggestellten Verenapark und der Planung für den Mühlacker, sollen jetzt acht Mehrfamilienhäuser auf der 15'500 Quadratmeter grossen Geländekammer zwischen Mittelfeld- und Sonnenfeldstrasse entstehen.

Befasst mit der Planung im Auftrag der Eigentümer der beiden Grossparzellen GB Nr.182 (Versicherung Pax) und Nr. 172 (Heiri Architekturbüro) ist die Langenthaler Bernhard Bieri Architekten AG.

Schon vor sieben Jahren wurde für das Gelände ein Gestaltungsplan für unterschiedliche Typen von Einfamilienhäusern erarbeitet. Weil sich aus verschiedensten Gründen nichts realisieren liess, wurde im letzten Jahr der Gestaltungsplan wieder aufgehoben.

Den neuen Entwurf aus dem Bieri-Architektur-Team nahm der Gemeinderat erstmalig und kritisch unter die Lupe. Vorangegangen waren bereits intensive Gespräche mit der Bauverwaltung.

Im Endausbau sollen in acht Bauten rund 80 - laut Planern «hochwertige» - Wohnungen in unterschiedlicher Grösse als Mix von Eigentums- und Mietobjekten entstehen. Geplant sind Tiefgaragen und eine ansprechende Umgebungsgestaltung mit Spielplatz und einer verkehrsfreien Begegnungszone.

Im Blick befindet sich auch die Verkehrsführung, wie aus dem Quartier künftig auf die Kantonsstrasse zu gelangen ist.

Belastung für Infrastruktur

In der Aussprache erinnerte Bauverwalter Ewald Kaiser das vortragende Architekturteam daran, dass qualitative Faktoren noch deutlicher auch mit Visualisierung hervorzuheben seien. Denn wie Luigi Portenon (SP) fragten sich die Ratsmitglieder, worin denn der Nutzen dieser Grossüberbauung für Gerlafingen bestehe.

Nicht unerheblich sei nämlich die Belastung der Infrastruktur. Aus der SVP hiess es zur Ausstattung und zur diskutierten Geschosszahl pro Gebäude: «Unbedingt Qualität vor Quantität». Man verzeichne nämlich in der Gemeinde «genug Schmarotzer» und wolle hier kein Getto.

Die aus mehreren Stockwerken bestehenden Gebäude der Umgebung liessen drei Stockwerke plus Attika als gestalterisch sinnvoll erscheinen, befand das Planerteam. Über die Geschossanzahl wie auch über das Vermarktungskonzept der Eigentümer wird noch ausführlich zu sprechen sein, zumal sich die Gemeinde in keinerlei Genehmigungsdruck befindet.

Die Führung dieses Traktandums hatte Gemeindepräsident Peter Jordi, der privat mit seinem Haus östlicher Anstösser des Planungsbereichs ist, an Vizepräsident Christoph Holderegger übergeben. Der Rat zeigte sich mit der ersten Vorstellung der Projektidee nicht ganz zufrieden.

Stellenabbau bei der Scintilla

Die Gemeinde ist bestürzt über den Entscheid der Firma Bosch, 330 Arbeitsplätze aus Zuchwil nach Ungarn auszulagern. Der Gemeinderat stellte sich einstimmig hinter eine von der SP eingebrachten Resolution. Denn betroffen von der Schliessung seien auch 40 Personen aus Gerlafingen.

«Im Wissen um die Verankerung der Scintilla in Zuchwil und um die fast 100 Jahre lang geleistete Qualitätsarbeit der Belegschaft, um die grosse Bedeutung industrieller Produktion für die Region und aus Sorge um die von Stellenverlust bedrohten Menschen unterstützt der Gemeinderat die Zuchwiler Gemeindeexekutive und die involvierten kantonalen Stellen bei ihren Bemühungen zum Stellenerhalt ...».