Zuchwil
Im Pisoni tobt «Der nackte Wahnsinn»

Profi-Ensembles sind sich nicht zu schade, das Stück «Der nackte Wahnsinn» von Michael Frayn zu spielen. Nun wagt sich die Theatergruppe Rampeliecht daran und bringt es in einer prächtigen Dialektfassung der Remisebühne Jegenstorf auf die Bühne.

Gundi Klemm
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Jeder Auftritt muss sitzen in diesem Stück mit den unzähligen Türen. gku

Jeder Auftritt muss sitzen in diesem Stück mit den unzähligen Türen. gku

Das Spiel um den Steuerflüchtling Brent, der sich angeblich nach Spanien zurückgezogen hat und sein hübsches Haus mit den furchtbar vielen Türen durch einen Immobilienheini verkaufen lassen möchte, ist eine unglaublich verwickelte Sache. Ein etwas wirr scheinendes Wandertheater will in Kürze die Komödie «Spass muss sein» aufführen.

Monica Horisberger: «Wir feiern usner doppeltes Jubiläum»

Auf dieses aufwendige Bühnenstück «Der nackte Wahnsinn» bereitet sich die Theatergruppe «Rampeliecht» seit dem Frühling vor. «Damit wollen wir unser doppeltes Jubiläum feiern», sagt Präsidentin Monica Horisberger. Denn als Theater gegründet wurden die heutigen «Rampeliechter» schon vor 30 Jahren, damals in Form einer Liebhaberbühne. Mit Esther und Peter Wiederkehr sowie Toni Kaufmann gehören Gründungsmitglieder der ersten Stunde weiterhin frisch und lebendig zum jetzigen Ensemble. Im Mai 1987 fand dann die vereinsmässige Namensgebung als «Theatergruppe Rampeliecht» statt. Seither sind mit wenigen Ausnahmen (1992–94, 2009) alljährlich vom Publikum gefeierte Produktionen auf die Bühne in der Pisoni-Halle und sogar nach auswärts gebracht worden. In diesem Jahr wirken mit: Brigitte Buser, Toni Kaufmann, Freddy Felder, Esther Wiederkehr, Peter Wiederkehr, Paul Müller, Urban von Arx, Manuela Heimann, Rolf Böbu Müller und weitere gute Geister hinter den Kulissen und in der Gastronomie. (gku)

Doch offenbar verläuft die Probezeit völlig chaotisch. Alle Mitwirkenden, die zwischen ihren verschiedenen Rollen im wahren Leben und auf der Bühne hin und her switchen müssen, machen was sie wollen und leben hemmungslos ihre Egoismen aus. Bühnen-Regisseur Delsberger gerät in Wut und Verzweiflung, weil einfach nichts klappt. Aber auch er weiss sich auf besondere Weise zu trösten.

Marco Brancato behält Übersicht

Für die Inszenierung dieses in seinen vielen Facetten köstlich turbulenten Theaters hat die Gruppe Rampeliecht in Marco Brancato einen spielerfahrenen Theaterleiter an Bord geholt. Er behält die Übersicht, wer gerade in welcher Rolle agiert. «Mit Blick und Gestik müsst Ihr ganz fein umgehen, damit alle Personen in ihren Eigenarten subtil gezeichnet sind», motivierte er alle Mitspielenden an der letzten Probe noch im Zuchwiler Werkhof im Langfeld. Hier nämlich konnten die Theaterleute ihr umfangreiches Bühnenbild aufbauen, in dem angesichts von acht Türen, Treppen und Stockwerken jede Bewegung «sitzen» muss. Im blitzschnellen Ablauf lässt sich nämlich nichts improvisieren, sonst geraten in «Der nackte Wahnsinn» Stichworte, Auftritte und Dialoge ins Wanken.

Inzwischen haben die männlichen Mitspieler die im schaffhausischen Hallau entdeckte Riesenkulisse zum Aufführungsort Pisoni-Halle weitergezügelt. Ein Bühnenbild mit den vielen Türen soll den Rahmen für das «Theater im Theater» sein. Im zweiten Akt wird die gesamte Kulisse gedreht, was in der Pisoni-Halle ausprobiert wird. «Sie werden ein Theater sehen, wie Sie es noch nie erlebt haben», warnt das belustigend aufbereitete Begleitheft.

Aufführungen in der Pisoni-Halle, Zuchwil, am 24., 25., 28., 30. November und 1.Dezember jeweils 19.30 Uhr; Ausnahme Sonntag, 25. November um 17 Uhr.

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