Kriegstetten
Im Hinblick auf das Kantonale Musikfest beginnt die Fieberkurve zu steigen

Vom 27. bis zum 29. Juni wird das «Solothurnische Kantonale Musikfest 2014» in Kriegstetten stattfinden. Um dieses zu realisieren mussten allerlei Hürden genommen werden. Denn die Vorgaben welche es zu erfüllen gilt sind zahlreich.

Hans Blaser
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Liebhaber der Parademusik werden auch in Kriegstetten auf ihre Kosten kommen.

Liebhaber der Parademusik werden auch in Kriegstetten auf ihre Kosten kommen.

Symbolbild/Archiv

Wer ein kantonales Musikfest ausrichtet, muss ein genau definiertes Festreglement einhalten. In dieses wurden die im Jahr 2009 in Wolfwil ausprobierten Neuerungen definitiv eingefügt. Unbestritten blieb die verdeckte Jurierung bestehen.

Neu heisst das, Auslosung der Startzeit innerhalb des Spielblocks. Dies muss zeitlich so erfolgen, dass auch der erste Verein noch einspielen kann. Definitiv werden neu zwei Expertenteams amten. Eines bewertet jeweils die Aufgabestücke, das andere die Selbstwahlstücke. Sie tauschen jeweils in der kurzen Pause zwischen beiden Vorträgen die Plätze. Die Vereine bleiben sitzen und nutzen die Pause zur Erholung.

Alle können mitmachen

Der Solothurner Blasmusikverband ist stolz auf sein modernes, grosszügiges Festreglement. Danach kann sich jeder Musikverein in jeder denkbaren Weise am Kantonalen beteiligen. So könnte sich eine Gesellschaft - um ein Beispiel zu nennen - nur mit einem Marsch an der Parademusik beteiligen, oder mit nur einem einzigen Wettstück. In die Rangliste kann allerdings nur aufgenommen werden, wer beide Konzertstücke spielt und an der Parademusik teilnimmt.

Beibehalten wurde die 2004 in Langendorf erstmals eingeführte Kategorie U-Musik. Dabei spielen die Vereine ein Unterhaltungsprogramm von definierter Länge, in das einzig ein der Klasse entsprechendes Pflichtstück eingebaut werden muss. Die Musikkommission hat diesen Wettbewerb bewusst auf den Samstagabend gelegt, um so auch für ein weniger an Blasmusik interessiertes Publikum einen attraktiven Anreiz zu schaffen.

Neukompositionen bestellen

Schon vor der Vergabe des Festes muss sich die Musikkommission Gedanken machen, welche Aufgabestücke den Vereinen, nebst ihrem Selbstwahlstück, bei der Konzertmusik vorgesetzt werden sollen.

Das sind idealerweise Neukompositionen. Die Berner und die Walliser hatten zu diesem Zeitpunkt schon für ihren ganzen Bedarf Kompositionsaufträge vergeben. Die SOBV-Musikkommission packte die Gelegenheit beim Schopf und erwirkte die Möglichkeit, gegen entsprechende Kostenbeteiligung mitzuziehen.

Danach galt es, auf die eingehenden Kompositionen zu warten. Zu warten galt es auch auf den Eingang der Anmeldungen. Erst nach Abschluss der Anmeldefrist weiss die Musikkommission, für welche Klassen und Besetzungen überhaupt Aufgabestücke benötigt wurden.

An einem Meeting in Spiez im Juni 2013 hätten den Verbänden die bestellten Auftragskompositionen vorgestellt werden sollen. Eine war zu kurz und wurde zur Überarbeitung zurückgegeben, einige fehlten noch ganz und eine weitere wurde als unbrauchbar zurückgewiesen.

Die MUKO des SOBV akzeptierte diejenigen für die 2. Klasse Harmonie und 3. Klasse Brass Band an seiner nächsten Sitzung sofort. Im September kamen die inzwischen eingetroffenen für die 1. Klasse Brass Band und 3. Klasse Harmonie dazu.

Akzeptiert wurde auch der zweite Wurf für die 4. Klasse, welcher für beide Besetzungstypen instrumentiert wurde. Sorgen bereitete der Kommission das für die 2. Klasse Brass Band komponierte Werk. Sie hielt es für zu anspruchsvoll und verzichtete schliesslich darauf. Sie entschied sich, ein bereits bestehendes Stück auszuwählen.

Die Vereine konnten am 5. April - also 12 Wochen vor dem Fest - ihre Neugier stillen. Sie konnten die Partitur und ihre benötigten Stimmen fein säuberlich verpackt in Kriegstetten in Empfang nehmen. Dabei konnten sie auch gleich die Lokalitäten und die Marschstrecke besichtigen.

Die Pflichtstücke für die U-Musik wählte die Musikkommission im Oktober 2013. Festzulegen war je ein Musikstück für die drei Klassen, für die Anmeldungen eingingen. Sie mussten den Vereinen gemäss Reglement im Februar 2014 bekannt gegeben werden.

Experten sind begehrt

Früh, während die Musikkommission noch auf die Aufgabestücke wartete, musste sie die Experten suchen und verpflichten. Auch da gilt es, rechtzeitig zu sein. Es gibt mehrere Kantone, die in diesem Jahr ihre Kantonalen Musikfeste abhalten und auch Experten brauchen. Anhand des endgültigen Spielplanes musste die MUKO schliesslich aus den verpflichteten Experten die Juryteams bilden und ihre Einsätze planen.

Beruhigt können auch die Liebhaber der Parademusik bleiben. In Kriegstetten ist sie auch nach dem bisherigen Prozedere noch erlaubt und die Trillerpfeife ist nicht tabu. Aber es darf auch mit dem Stock kommandiert werden. Die musikalische Bewertung erfolgt aber in jedem Fall wie bisher immer von stationären Experten.