Reitverein Bucheggberg
Im Bucheggberg gibts viel Land, aber keinen Standort für einen Reitplatz

Der Reitverein Bucheggberg muss seinen Trainings- und Reitplatz in Aetigkofen aufgeben. Die Suche nach einen neuen Reitplatz gestaltet sich jedoch als schwierig.

Urs Byland
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René Heiniger steht auf dem geplanten Standort des neuen Reitplatzes des Reitvereins Bucheggberg. Im Hintergrund ist ein Teil des Harley-Betriebes der Gebrüder Arni zu sehen. uby

René Heiniger steht auf dem geplanten Standort des neuen Reitplatzes des Reitvereins Bucheggberg. Im Hintergrund ist ein Teil des Harley-Betriebes der Gebrüder Arni zu sehen. uby

Der traditionsreiche Reitverein Bucheggberg ist in der Klemme. Es mangelt aber nicht an Geld oder an Mitgliedern. In Gefahr ist das «Herz des Vereins», wie es Vereinspräsidentin Rachel Scheidegger ausdrückt. Nämlich der Reitplatz. Dieser befindet sich heute neben der früheren «Glungge» in Aetigkofen. Dort wird trainiert, dort treffen sich Ross und Reiter, dort werden die Junioren an die Pferdearbeit herangeführt.

Der Reitplatz wurde aber nirgends eingetragen, wie René Heiniger, Gespannfahrer im Reitverein, weiss. Er hat vom Reitverein den Auftrag, für einen neuen Reitplatz zu schauen. Denn 2009 kündete der Besitzer dem Reitverein den alten Platz in Aetigkofen. «Er will das Land überbauen. Im letzten Herbst konnte er sein Land einzonen. Wir können noch dort bleiben, bis der Besitzer eine Baubewilligung erhält. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat.» Der Besitzer des Landes erklärt auf Anfrage, dass er zuerst die Fusion abwarten wollte, nun aber vorwärts mache mit der Erschliessung. Die Zeit des Reitplatzes in Aetigkofen ist somit eher früher als später vorbei.

Apropos: Hätte der Kanton 2012 nicht seinen Segen für diese Einzonung gegeben, wäre der Reitplatz nicht gefährdet und der Kanton hätte sich manchen Ärger sparen können. Aber so nahm die Geschichte ihren Lauf.

Gefährdetes Dorfbild

Unterstützt wird der Reitverein in der Angelegenheit Reitplatz von Fritz und Rosemarie Arni aus Hessigkofen, deren Tochter Mitglied im Verein ist. «Wir kamen in Kontakt und Fritz Arni sagte uns, wir können hier in Hessigkofen auf einem Teil seines Landes den Reitplatz bauen», berichtet Heiniger.

Heinigers Kontakte waren so gut, dass Regierungsrat Walter Straumann insgesamt dreimal in Hessigkofen aufkreuzte. «Alle waren dafür, Regierungsrat Straumann, die kommunale Baubehörde, auch die Gemeindeversammlung, nur die Raumplanung nicht.» Die Variante eines Reitplatzes (40 mal 60 Meter plus Parkplätze und Materialhütte) östlich des Schulhauses («Giraffentränke») beim Dorfeingang von Hessigkofen fand letzten Endes beim Kanton keine Gnade. «Ein Reitplatz eingangs Dorf sei nicht schön, hiess es», so Heiniger.

Viele Vorschläge

Die Suche ging weiter. Auch der Kanton gab Tipps. Dabei handelte es sich um diverse Landstücke im Bucheggberg, die Mitgliedern des Reitvereines gehören. «Beispielsweise ein Grundstück in Schnottwil. Dieses wurde später für eine Million Franken verkauft. Aber der Verein hat nicht so viel Geld für den Reitplatz.» Ebenfalls auf Vorschlag des Kantons wurde das Feld westlich des ehemaligen Schulhauses von Hessigkofen geprüft. Auch dieses Landstück gehört Fritz und Rosemarie Arni. Aber bei näherer Prüfung habe sich der neue Standort auch nicht als ideal erwiesen.

Kreisplanerin Corinne Stauffiger sagt: «Probleme ergaben sich mit der Erschliessung und auch die Infrastruktur des Reitplatzes ist nicht ganz ohne.» Grundsätzlich erklärt sie: «Beide Standorte westlich und östlich des Schulhauses von Hessigkofen sind nicht verträglich mit dem Landschafts- und dem Ortsbild.» Dies ist der aktuelle Entscheid des Kantons. Nun müsste der Reitverein mit einem neuen Vorschlag an den Kanton treten.

Wiedererwägung

Thomas Steiner, Gemeindepräsident von Hessigkofen, hat aber Mühe mit diesem Entscheid. Das Areal westlich vom ehemaligen Schulhaus soll nochmals geprüft werden. An der letzten Gemeindepräsidentenkonferenz bat er die Anwesenden, einen Brief an den Regierungsrat Walter Straumann mitzuunterzeichnen. «Der Verein hat ein Anrecht auf einen Reitplatz. Das ist unbestritten.» Bis auf zwei Ausnahmen unterschrieben alle den Brief.

«Das Thema ist ein Politikum geworden», stellt nun Raumplanerin Corinne Stauffiger fest. Mehr will sie dazu nicht sagen, denn das Thema kommt nochmals auf den Tisch der Raumplanung. Das Verfahren läuft.

«Meine grösste Angst betrifft unsere Junioren. Ich denke, alle Jugendliche, die sich mit Tieren und der Natur beschäftigen, hängen nicht irgendwo herum», erklärt Vereinspräsidentin Rachel Scheidegger.