Biberist
Im Biberister Schlösschen lassen sich über Ostern die feinsten Teppiche bestaunen

Die Ziegler Teppich und Boden AG stellt über die Ostertage zum 22. Mal im Biberister Schlösschen aus. Zu den Exponaten gehört auch ein iranischer Seidenteppich mit 1.2 Millionen Knoten, sowie weitere Teppiche mit faszinierenden Baummotiven.

Agnes Portmann-Leupi
Merken
Drucken
Teilen
Olivier F. Ziegler vor dem iranischen «Tabiebaft» (Teppich rechts).

Olivier F. Ziegler vor dem iranischen «Tabiebaft» (Teppich rechts).

APB

«Die Teppiche sind jünger geworden, ich älter», sagt Olivier F. Ziegler mit Schalk in den Augen. Zum 22. Mal belebt die Ziegler Teppich und Boden AG aus Solothurn über die Ostertage die Räume des Schlösschens Vorder-Bleichenberg.

Hier herrscht Frühling drinnen wie draussen: Es ist, als ob die Allee zum Schlösschen mit den blühenden Bäumen in grüner Wiese auf die Ziegler-Neuheiten hinweisen möchte: Faszinierende Teppiche mit Baummotiven. Wunderschön etwa der «Kaschkuli» aus dem Iran mit farbigen Feldern, Zypressen und Karawanen.

Oder der «Tabiebaft» aus dem Iran mit einem leuchtenden Granatapfelbaum und interessanter Blattkombination. Ungefärbte Rohwolle lässt die Grundfarbe entstehen. In der Kapelle besticht ein «Kaschkuli» mit einer untergehenden Sonne in Grüntönen. Harmonisch fügt sich der Teppich mit Baummotiv und Farbe in die Parkettmuster ein, alle aus europäischen Hölzern.

Mit Pflanzenfarben eingefärbt

«Bäume bedeuten Energie und Synergie», sagt Olivier F. Ziegler. Energie, Freude und Glück bedeute aber auch die Farbe Grün, die heilige Farbe des Propheten Mohammed. Viele Teppiche sind in Grün gehalten, etwa die «Sonaghuly Luribaft» aus Indien.

Die Teppiche aus feinster Lammwolle sind allesamt mit reinen Pflanzenfarben eingefärbt - Nussschalen, Rinden oder Gewürzen. Je nach Fettgehalt nimmt die Wolle die Farbe anders an, was bei unterschiedlichem Lichteinfluss zu einem Wechselspiel der Farben wird. Das Fett bietet zudem einen weiteren Vorteil, wie ein ausgeschüttetes Glas Orangensaft beweist: Die Flüssigkeit dringt erst gar nicht in den Teppich ein.

«Die Einrichtungsmoden entscheiden über den Trend der Teppiche», erklärt Ziegler. Die letzten Jahre hätten extreme Änderungen mit sich gebracht: Die Teppiche seien klarer geworden mit ruhigen Formen und weniger Mustern.

Das bedeute für das Teppichhaus: «Gehe mit der Zeit, sonst gehst du mit der Zeit.» In engem Kontakten mit Knüpferfamilien sei nach neuen klaren Mustern gesucht worden. Bestechend sind aber auch der klassische iranische Seidenteppich in sechs verschiedenen Goldtönen mit unglaublichen 1,2 Millionen Knoten pro Quadratmeter und der «Bidjar» mit sehr fein gemusterten Motiven.

Mit Stolz erwähnt Ziegler seine Unterstützung für «Care & Fair», einer Vereinigung gegen Kinderarbeit. «Die Kinder werden von der Strasse geholt und in Knüpfschulen schulisch wie handwerklich gefördert.» Als Ausstellungsgestalter zeichnet sich wie jedes Jahr André J. Weber verantwortlich. Seine Ideen sind grenzenlos.

Ausstellung Schlösschen Vorder-Bleichenberg, bis 21. April. Öffnungszeiten: Mo bis Fr, 15 bis 20 Uhr; Sa 13 bis 17 Uhr; So und Karfreitag, 11 bis 17 Uhr; Letzter Ausstellungstag bis 17 Uhr.